Weniger Autos, mehr Bewegung: Hilden startet neuen Wettbewerb „Bye Bye Elterntaxi“
02.11.2026900 Grundschüler sollen selbstständig zur Schule kommen, ohne Chauffeure – Punkte sammeln und Preise gewinnen
Das Thema ist allseits bekannt und löst immer wieder Diskussionen aus: Chaos vor den Grundschultoren, weil viele Eltern ihre Kinder bis vor die Tür fahren und zum Unterrichtsbeginn und -ende absetzen und abholen. Die dadurch entstehenden Blechlawinen sind nicht nur ärgerlich für die Schulen und Anwohner, sondern können auch im Straßenverkehr gefährlich und zum Unfallrisiko werden. Dabei lässt sich das Problem leicht lösen, wenn man den Grundschülerinnen und -schülern etwas mehr Selbstständigkeit zutraut. Hier setzt zum mittlerweile fünften Male die Aktion „Bye Bye Elterntaxi“ von Bürgermeister Claus Pommer an.
Vom 9. November bis zum 4. Dezember 2026 sind erneut rund 900 Dritt- und Viert-Klässler aufgerufen, möglichst häufig zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zu ihrer Schule zu kommen.
So funktioniert der Wettbewerb
Die Lehrkräfte erfassen jeden Morgen, wie viele Kinder ohne Auto zur Schule gekommen sind und sammeln für ihre Klassen die Punkte zusammen. Die Erfassung läuft dabei anonym, so dass keine Datenschutz-Probleme auftreten.
Die erfolgreichsten Klassen können sich über Preise freuen – die allerdings noch nicht verraten werden.
Möglich wurde dies durch das Sponsoring des Hildener Familienunternehmens Windmann Catering. Geschäftsführer Carsten Windmann erklärt: „Als regional verwurzeltes Unternehmen ist es uns wichtig, Verantwortung für unsere Stadt und insbesondere für die Kinder zu übernehmen. ‚Bye Bye Elterntaxi‘ verbindet viele Dinge, die wir unterstützen möchten: Bewegung, Selbstständigkeit, Umweltbewusstsein und ein gutes Miteinander. Deshalb sind wir auch bei der fünften Auflage gerne wieder dabei.“
„Davon profitieren alle“
Bürgermeister Pommer erklärt noch einmal die Intention der Stadt Hilden: „Wir möchten die Kinder darin bestärken, ihren Schulweg selbstständig zurückzulegen, auch dann, wenn es im Herbst und Winter dunkel, kalt oder ungemütlich ist. Wer zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, bewegt sich, sammelt wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr und tut gleichzeitig etwas für die Umwelt. Wenn möglichst viele Kinder ihren Schulweg eigenständig zurücklegen, profitieren alle. Weniger Autos vor den Schulen bedeuten mehr Übersicht und Sicherheit.“
Alternative Möglichkeit: Elternhaltestellen
Übrigens: Natürlich gibt es auch Eltern, die trotz alledem ihre Kinder persönlich zur Schule fahren, weil es organisatorisch nicht anders machbar sei. Ein Angebot wären spezielle Elternhaltestellen in der Nähe der Schulen – so wie beispielsweise in Monheim. In Hilden gibt es bisher nur zwei offizielle Standorte: am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und an der Gemeinschaftsgrundschule Im Kalstert.
Die Stadt hält das Konzept grundsätzlich für sinnvoll. Einen flächendeckenden Ausbau nach festem Zeitplan plant sie jedoch nicht. Warum, das erklären wir hier.
Quelle/Foto: Stadt Hilden
bearb: KA
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