Elterntaxis: Hilden setzt auf Appelle und Kontrollen
30.10.2026„Bye Bye Elterntaxi“ startet am Montag wieder – Hilden hat zwei offizielle Elternhaltestellen, Monheim bietet sie inzwischen für alle Grundschulen
Weniger Autos vor den Schultoren, mehr Sicherheit und selbstständigere Kinder: Das soll die Hildener Aktion „Bye Bye Elterntaxi“ erreichen, die am Montag, 2. November 2026, wieder startet. Nach Angaben der Stadt Hilden beobachten Schulleitungen während der Aktionswochen und kurz danach deutlich weniger morgendlichen Autoverkehr. Ob sich das Verhalten der Eltern dauerhaft verändert, ist allerdings nicht bekannt. Verkehrszählungen oder andere statistische Erhebungen fehlen. Die Aktion soll zeigen, dass Kinder ihren Schulweg auch in der dunklen Jahreszeit ohne Auto bewältigen können.

Hilden prüft weitere Haltestellen nur im Einzelfall
Wer auf das Auto angewiesen ist, kann sein Kind an einer Elternhaltestelle aussteigen lassen. Den restlichen Weg legt es zu Fuß zurück. In Hilden gibt es bislang zwei offizielle Standorte: am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und an der Gemeinschaftsgrundschule Im Kalstert.
Die Stadt hält das Konzept grundsätzlich für sinnvoll. Einen flächendeckenden Ausbau nach festem Zeitplan plant sie jedoch nicht. Als Hindernisse nennt sie enge Straßenräume, fehlende Halteflächen und mögliche Belastungen benachbarter Wohnstraßen. Weitere Standorte sollen im Einzelfall geprüft werden.
Monheim: Angebote für alle Grundschulen
Monheim ist bereits weiter: Inzwischen stehen für sämtliche Grundschulen Elternhaltestellen zur Verfügung. Einzelne Standorte werden von mehreren Schulen genutzt. Die Kinder gehen von dort den letzten Teil ihres Schulwegs zu Fuß. An der Grundschule Im Pfingsterfeld sind es beispielsweise rund 450 Meter über einen geprüften Weg mit Fußgängerüberweg und beleuchtetem Geh- und Radweg.
Die Erfahrungen zeigen aber auch: Markierungen und Schilder allein reichen nicht. Die Stadt Monheim berichtete wiederholt, dass Eltern die Haltebereiche zum Parken nutzten, um ihre Kinder bis zum Schulhof zu begleiten. Damit blockierten sie die Flächen für andere Familien.
Kontrollen gehören dazu
Der Monheimer Ordnungsdienst kontrolliert regelmäßig die Nutzung. Bei Verstößen setzt die Stadt zunächst auf Gespräche, bei Wiederholungen, Gefährdungen oder fehlender Einsicht auch auf Verwarnungs- und Bußgelder. Für blockierte Flächen kündigte die Verwaltung zudem konsequentes Vorgehen bis hin zum Abschleppen an.
Auch Hilden verweist auf regelmäßige Schwerpunktkontrollen durch Ordnungsdienst und Polizei zu Schulbeginn und Schulschluss. Im Mittelpunkt stehen Halt- und Parkverstöße. Ergänzend setzt die Stadt auf Schulwegpläne, Verkehrserziehung und die Überprüfung gefährlicher Stellen.
Ob Elternhaltestellen den Bringverkehr dauerhaft reduzieren, ist allerdings auch in Monheim nicht repräsentativ untersucht. Das Angebot ist dort umfassender, aber ein mit Zahlen belegter Nachweis seiner langfristigen Wirkung fehlt bislang in beiden Städten.
Quelle: Stadt Hilden, Stadt Monheim
Bericht: LT
Foto: anzeiger24.de
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