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Die Ausstellung im Kunstraum des Gewerbepark-Süd widmet sich dem zentralen Werk von Volker Krämer, der internationalen Fotoreportage. In dem größten Ausstellungsraum Hildens kommt auf 240 m² die narrative Kraft seiner kleinen/leisen und großen/lauten Bilderstecken zum Tragen. 

So reisen die Besucherinnen und Besucher im Kunstraum einmal um die Welt und können damit auch aktuelle politische Zusammenhänge besser nachvollziehen. Es ist der Traum eines jeden Reporters dabei zu sein, wenn Weltgeschichte passiert. Für Volker Krämer wurde dieser Traum 1968 unter dramatischen Umständen wahr.

Beim Besuch von Verwandten in Prag geschieht das Unglaubliche, die Truppen des Warschauer Pakts marschieren in die goldene Stadt ein und beenden mit roher Gewalt den Versuch einer Demokratisierung und Reformierung des bestehenden kommunistischen Systems. In das visuelle Gedächtnis der Menschheit haben sich vor allem Krämers Fotos von der Invasion der Russen in Prag eingebrannt. Mit seiner Kamera hält der junge Fotoreporter der Düsseldorfer Rheinischen Post das Geschehen in Schwarzweißaufnahmen fest, die noch heute zu den Chiffren eines Jahres gehören, das zu einem der bewegtesten des 20. Jahrhunderts werden sollte. Die Filme schmuggelt er nach Deutschland. 

Zuerst erscheinen die Bilder in der Rheinischen Post, in der Folge aber drucken fast alle großen Blätter die ikonischen Fotos von einer Stadt im Kriegszustand nach. Nur wenige Monate später holt Rolf Gillhausen, der legendäre Fotochef des Sterns, den 25-jährigen Lokalfotografen in die Redaktion.

Für die nächsten 30 Jahre reiste Krämer mit seinen Kameras um die Welt. Sein Berichtsspektrum ist breit und bunt. Ölfelder und Umweltverschmutzung in Aserbaidschan, die Trauer um Prinzessin Diana oder der Besuch Helmut Kohls beim japanischen Kaiser Hirohito und immer wieder der Iran und die Türkei. Aber auch harte Themen wie der Krieg in Afghanistan, ein Putsch in Haiti oder die Folgen einer Hungersnot in Äthiopien finden sich auf seinen hunderttausenden Negativen. Sein Freund und Kollege Cornelius Meffert bezeichnet Volker Krämer als „Spezialist für die Wirklichkeit“.



Parallel laufen die Ausstellungen "Medizin im Blick" im Wilhelm-Fabry-Museum und ab 8. Oktober die Ausstellung "Vom Rhein in die Welt" in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus.