Mittagsverpflegung in Kitas, Sekundar- und Grundschulen wird teurer

06.07.2026

Verwaltung: Aktuelle Elternbeiträge nicht mehr kostendeckend – Fachausschuss stimmt zu

Es wurde bereits mehrfach angekündigt. Nun ist es offiziell: Die Mittagsverpflegung in städtischen Kindertageseinrichtungen, den Grundschulen und in der Marie-Colinet-Sekundarschule wird ab dem 1. August 2026 teurer. Das hat die Mehrheit des Jugendhilfeausschusses am 2. Juli 2026 beschlossen.

 

Was genau wird sich damit ändern?

 

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Rund 25 Prozent höher

Derzeit beträgt der Kostenbeitrag für die Mittagsverpflegung monatlich

  • 68 Euro bei fünf Tagen pro Woche in den Grundschulen und der Sekundarschule
  • 54 Euro bei vier Tagen pro Woche in der Sekundarschule
  • 41 Euro bei drei Tagen pro Woche in der Sekundarschule
  • 66 Euro in den städt. Kindertageseinrichtungen

Dies sei aber nicht mehr kostendeckend. Allein bei den städtischen Kindertageseinrichtungen müsste der Beitrag in den städtischen Kitas zu gewährleisten auf rund 87 Euro angepasst werden, rechnet die Stadtverwaltung in der Abstimmungsvorlage vor.

Dabei seien Kosten für das Küchenpersonal, Ausstattung und weitere Sachkosten noch nicht berücksichtigt, da diese über das KiBiz refinanziert werden und Bestandteil der Kindpauschalen für Kindertageseinrichtungen sind.


Die Neuberechnung hat nun folgende neuen Beiträge ergeben:

  • Grundschulen: 85 Euro (+25 %)
  • Marie-Colinet-Sekundarschule: 71 für fünf Tage pro Woche (dieser Betrag ist niedriger wegen der 60 Schließtage pro Jahr, also etwa zwei Monate länger als in den Grundschulen).
    57 Euro an vier Tagen pro Woche
    43 Euro an drei Tagen pro Woche.

Das bedeutet: Die Stadt kalkuliert im Haushaltsjahr 2026 mit einem Mehrertrag von 141.300 Euro (+9,76 %).

  • Städtische Kindertageseinrichtungen: auf 85 Euro (+28,79 %).

Das ergibt einen Mehrertrag von rund 41.600 Euro im Haushaltsjahr 2026

 

Seit vier Jahren keine Erhöhung mehr

„Die Aufwendungen für die Mittagsverpflegung sind in den letzten Jahren merklich gestiegen“, ergänzt die Verwaltung. „Die letzte Erhöhung des Entgeltes zur Mittagsverpflegung erfolgte vor vier Jahren. Dadurch kam es zuletzt zu deutlichen Mindererträgen.“

Auch die Kosten des Caterers hätten deutlich angezogen: Demnach erhöht sich der Preis pro Mahlzeit in den Kitas von 3,60 Euro auf 3,90 Euro (+8,33 %), in der OGS von 3,80 Euro auf 4,10 Euro (+7,89 %) und an der Marie-Colinet-Schule von 4 Euro auf 4,20 Euro (+5 %).

 

JAEB: „Hier droht soziale Ungleichheit“

Michael Hirsch-Herda, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats, hatte sich bereits im Frühjahr zu den Ankündigungen geäußert: „Die Preiserhöhungen sind viel zu hoch, und die Stadt entzieht sich unseres Erachtens auch ihrer Verantwortung. Es kann nicht sein, dass sich die Kommune da so einfach aus der Affäre zieht und hauptsächlich die Haushaltskonsolidierung im Fokus hat. Die Systeme OGS und VGS+ werden so zunehmend unattraktiv“, erklärte er damals auf Anfrage von anzeiger24.de.

 

In einer offiziellen Stellungnahme hieß es außerdem: „Das Mittagessen an Schulen sollte kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Bildungs- und Ganztagskonzepte sein.“ Wenn die Kosten für viele Familien nicht mehr tragbar werden, drohe ein „ernstzunehmendes sozialpolitisches Problem“, meint Hirsch-Herda: „Hohe Essenspreise führen dazu, dass Kinder aus einkommensschwachen oder mittleren Haushalten vom warmen Mittagessen ausgeschlossen werden. Dies fördert soziale Ungleichheit und schafft eine Zwei-Klassen-Situation im Schulalltag.“

 

Bildungsgerechtigkeit dürfe nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. „Wir kritisieren zudem, dass die Verantwortung für ein bezahlbares Schulmittagessen zu häufig auf die Familien abgewälzt wird“, heißt es weiter „Ganztagsschulen sind politisch gewollt – daraus ergibt sich eine klare Verpflichtung von Kommunen, Ländern und Bund, die notwendige Infrastruktur, einschließlich der Schulverpflegung, ausreichend zu finanzieren.“

 

Außerdem fordert er, dass die Preise für das Mittagessen auch in einem „angemessenen Verhältnis zur Qualität oder Portionsgröße stehen“ sollen. Das System solle „transparenter“ werden.

 

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„Ein bezahlbares, qualitativ hochwertiges Schulmittagessen und eine starke Elternbeteiligung sind keine Sonderforderungen, sondern grundlegende Voraussetzungen für Bildungsgerechtigkeit, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt“, sagt Hirsch-Herda abschließend.

 

Bericht: KA

  

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