Warum in Hilden Wohnen wieder teurer wird und weshalb die Stadt kaum eine andere Wahl hat
27.01.2026Rat entscheidet über spürbare Mehrbelastungen
Eben noch konnten sich die Hildener über spürbar sinkende Gas- und Strompreise freuen, da kommen aus dem Hildener Rathaus schlechte Nachrichten. Denn der Rat der Stadt Hilden wird am 4. Februar 2026 über eine Anhebung der Grundsteuer zu entscheiden haben.
Konkret geht es um die Grundsteuer B auf Wohn- und Nichtwohngrundstücke. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die bislang getrennten Steuersätze wieder aufzugeben und einen einheitlichen Hebesatz festzulegen. Damit würde Wohnen teurer.
Warum die Stadt handeln muss
Auslöser ist die Grundsteuerreform. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte den Kommunen erlaubt, unterschiedliche Steuersätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festzulegen.
Im Dezember 2024 hatte der Hildener Stadtrat diese Möglichkeit genutzt und die Splittung beschlossen – trotz Bedenken einzelner Mitglieder und der Verwaltung. Wir haben berichtet.
Inzwischen haben sich die Bedenken bewahrheitet: Diese Aufsplittung hat sich als rechtlich unsicher erwiesen. Mehrere Gerichte in NRW haben erhöhte Steuersätze für Nichtwohngrundstücke bereits für unzulässig erklärt. Auch gegen Hilden laufen Klagen.
Nun also soll das Rad im Rat zurückgedreht werden.
Um Millionenrisiken für den städtischen Haushalt zu vermeiden, sieht die Verwaltung keine Alternative zur Vereinheitlichung der Steuersätze. Die Verantwortung für die Situation liege dabei nicht bei der Stadt, sondern bei der Landesgesetzgebung, die diese Regelung überhaupt ermöglicht hat.
Über diese Steuersätze soll abgestimmt werden
Am 4. Februar entscheidet der Rat der Stadt Hilden nun darüber, ob die Grundsteuer erhöht wird. Bislang zahlen Eigentümer von Wohnungen und Häusern einen niedrigeren Steuersatz (650 Punkte) als Gewerbebetriebe (1.300 Punkte). Diese Unterscheidung soll künftig entfallen.
Stattdessen ist geplant, einen einheitlichen Steuersatz für alle Grundstücke einzuführen. Zur Diskussion stehen dabei 800 oder 860 Punkte.
Für viele Hildener heißt das konkret: Die Grundsteuer für Wohnungen und Häuser steigt spürbar, weil bislang ein deutlich niedrigerer Satz galt.
Folgen für Bürgerinnen und Bürger
Die Vereinheitlichung entlastet Gewerbeimmobilien, führt aber zwangsläufig zu Mehrbelastungen bei Wohnungen. Diese können über die Nebenkosten dann auch Mieter treffen.
Beispielrechnung:
1. Zweizimmerwohnung: rund 100 Euro mehr pro Jahr
2. Dreizimmerwohnung: rund 130 Euro mehr
3. Einfamilienhäuser: je nach Größe deutlich höhere Kosten
Bericht: LT
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
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