Schmutzige City: Stadt sieht offenbar keinen Handlungsbedarf

23.09.2026

Nach zahlreichen Beschwerden haben wir nachgefragt - doch wichtige Fragen blieben unbeantwortet

Mitglieder unserer Community haben sich wiederholt über die mangelnde Sauberkeit in der Hildener Innenstadt beklagt. Diese Hinweise waren der Anlass für eine umfangreiche Anfrage von anzeiger24.de an die Stadtverwaltung – einschließlich konkreter Nachfragen zu Kontrollen, Personal und Reinigungsleistung.

Die Antworten fallen jedoch vielfach sehr vage aus. Ein erkennbarer Wille, den geschilderten Problemen intensiver nachzugehen oder das bisherige System zu überprüfen, lässt sich daraus aber leider kaum ableiten.

Nur acht „Aufforderungen“ seit Anfang 2025

Der Kommunale Ordnungsdienst bestreift die Innenstadt nach Angaben der Stadt zwar werktäglich. Ob dabei aber auch gezielt kontrolliert wird, ob Eigentümer und Gewerbetreibende ihre Reinigungspflichten erfüllen, bleibt offen.

Für Mittelstraße und Klotzstraße wurden 2025 lediglich eine (!), im laufenden Jahr bislang sieben Aufforderungen wegen mangelhafter Reinigung oder Wildwuchses ausgesprochen. Buß- oder Zwangsgelder wurden nicht erhoben.

Angesichts der wiederkehrenden Beschwerden stellt sich die Frage: Wird tatsächlich konsequent kontrolliert oder nur reagiert, wenn Verschmutzungen zufällig auffallen oder gemeldet werden?


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Beobachtungen passen nicht zur Aufgabenbeschreibung

Nach Angaben der Stadt soll der sogenannte City-Reiniger die gesamte Fußgängerzone betreuen. Dazu gehören neben der Mittelstraße unter anderem mindestens der Warrington-Platz, der Dr.-Ellen-Wiederhold-Platz, der Nove-Mesto-Platz und die angrenzenden Seitenstraßen.

Die Beobachtungen von anzeiger24.de vermitteln allerdings ein anderes Bild: Der City-Reiniger ist zwar fast täglich zu sehen, bewegt sich aber offenbar überwiegend auf einem kurzen Abschnitt der Mittelstraße. In den Seitenstraßen haben wir ihn bislang nicht wahrgenommen.

Auch dort, wo er unterwegs ist, bleiben Zigarettenkippen und andere Verschmutzungen liegen. Der mitgeführte Besen kommt nach unseren Beobachtungen kaum oder gar nicht zum Einsatz.

Fruchthüllen bleiben einfach liegen

Derzeit liegen entlang der Mittelstraße und besonders in den angrenzenden Straßen zahlreiche kastanienähnliche Fruchthüllen der Baumhasel. Auch an diesen geht der City-Reiniger nach unseren Beobachtungen vorbei. Und offenbar nimmt auch die morgendliche Kehrmaschine nicht alle Fruchthüllen auf.

Die Stadt hält es für tolerierbar, wenn nach einer Reinigung noch Fruchthülsen liegen bleiben, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet sei. Doch genau hier besteht Klärungsbedarf: Bei Regen können die harten Fruchthüllen rutschig werden und möglicherweise eine Sturzgefahr darstellen. Ob diese mögliche Gefahr geprüft wurde, geht aus der Antwort nicht hervor.

Reinigung abhängig von verfügbarem Personal

Werktags fährt zwischen 7 und 9 Uhr eine Kehrmaschine durch die Fußgängerzone. Zusätzliche Mitarbeiter mit Besen oder Laubbläsern helfen nach Angaben der Stadt jedoch nur, wenn ausreichend Personal vorhanden ist. Damit räumt die Verwaltung indirekt ein, dass nicht immer alle Flächen vollständig gereinigt werden können. Wie häufig Personal fehlt und welche Bereiche dann liegen bleiben, sagt sie nicht.

Arbeitszeit und Leistungskontrolle bleiben unklar

Wie viele Arbeitsstunden täglich dem City-Reiniger für das große Einsatzgebiet zur Verfügung stehen, beantwortet die Stadt trotz ausdrücklicher Nachfrage nicht. Auch die Aussage, seine Arbeit werde von Vorgesetzten „koordiniert und überprüft“, bleibt unkonkret.

Ebenso unbeantwortet bleibt die klare Frage, ob Gewerbetreibende Schmutz aus ihrer Außengastronomie auf die öffentliche Fußgängerzone blasen und dort liegen lassen dürfen. Die Stadt erklärt lediglich, ihr seien solche Vorfälle nicht bekannt.

Wird sich überhaupt etwas ändern?

anzeiger24.de fragte ausdrücklich, ob das bisherige Reinigungs- und Kontrollsystem verbessert werden müsse. Darauf gibt die Verwaltung kein klares Ja oder Nein. Stattdessen verweist sie auf mehr als 700 Abfallbehälter, bestehende Reinigungsdienste und die Mitverantwortung der Bürger.

Unsere Interpretation ist deshalb nicht unbegründet: Die Stadt sieht offenbar keinen konkreten Änderungsbedarf. Hinweise auf zusätzliche Kontrollen, mehr Personal, veränderte Einsatzpläne oder eine Überprüfung der tatsächlichen Arbeitsleistung enthält die Antwort nicht.

 

Damit ist derzeit kaum erkennbar, warum sich die Situation künftig verbessern sollte. Die Beschwerden aus unserer Community und die Beobachtungen von anzeiger24.de lassen jedenfalls Zweifel daran aufkommen, dass das bestehende System in der Praxis so funktioniert, wie es auf dem Papier beschrieben wird.

 

Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

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