Private OGS an Hildener Grundschule abgelehnt
27.09.2026CDU scheitert mit Pilotprojekt im Schul- und Sportausschuss – Bürgeraktion verweist auf Sorgen der Schulen und Beschäftigten
Die OGS-Angebote an den Hildener Grundschulen bleiben vorerst in städtischer Hand. Der Schul- und Sportausschuss lehnte den Antrag der CDU ab, die Nachmittagsbetreuung zunächst an einer Grundschule einem privaten Träger zu übertragen. Nach einer Auswertung des Pilotprojekts hätte über weitere Standorte entschieden werden können. Gegen den Vorschlag hatten sich auch die Schulleitungen ausgesprochen. Die Bürgeraktion kritisierte insbesondere mögliche Folgen für die Betreuungsqualität.
CDU wollte Modell an einer Schule erproben
Die CDU wollte prüfen, ob ein externer Träger den offenen Ganztag wirtschaftlicher und flexibler organisieren kann. Sport- und Kulturvereine, die Musikschule und weitere Bildungspartner sollten stärker eingebunden, Verwaltungsaufwand verringert und Personal flexibler eingesetzt werden.
Die Schulleitungen hielten dem entgegen, dass die OGS bereits eng mit den Schulen, der Schulsozialarbeit und weiteren städtischen Angeboten zusammenarbeite. Auch Kooperationen mit externen Partnern gebe es schon. Sie befürchteten, dass ein Trägerwechsel dieses über Jahre aufgebaute Netzwerk schwächen könnte. Aus ihrer Sicht muss die pädagogische Qualität bei der Entscheidung Vorrang haben.
Bürgeraktion: Einsparungen könnten zulasten der Qualität gehen
Ulrich Siedentop, Sprecher der Fraktion Bürgeraktion/Piraten im Schulausschuss, warf der CDU vor, in ihrem Antrag vor allem Einsparungen und geringere Personalkosten in den Blick zu nehmen. Ob eine Ausschreibung tatsächlich einen geeigneten Träger hervorbringen würde, sei ungewiss. Die Bürgeraktion sieht deshalb das Risiko von Qualitätseinbußen in der Betreuung.
Die Erklärung verweist zudem auf Sorgen unter den rund 170 Beschäftigten im städtischen OGS-Bereich. Die Debatte habe Fragen nach ihrer beruflichen Zukunft ausgelöst – auch weil offen geblieben sei, welche Grundschule als erste betroffen wäre.
Für das bestehende Angebot spricht aus Sicht der Bürgeraktion außerdem die Rückmeldung von Eltern: Nach einer von der Vorsitzenden der Stadtelternpflegschaft vorgestellten Spontanbefragung seien 98 Prozent der befragten Eltern mit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und städtischer OGS zufrieden gewesen. Mit den Arbeitsgemeinschaften in Kultur, Sport und Musik hätten sich 85 Prozent zufrieden gezeigt. Wie viele Eltern an der Befragung teilgenommen haben, geht aus der Erklärung nicht hervor.
Wirtschaftlicher Vorteil bislang nicht belegt
Auch die SPD sah keinen Grund, das bestehende Modell an einer Schule zu verändern. Ein finanzieller Vorteil durch einen privaten Träger sei bislang nicht nachgewiesen. Sie warnte ebenfalls davor, dass mögliche Einsparungen beim Personal, bei dessen Qualifikation oder bei der Betreuungsqualität erzielt werden könnten.
Die Stadtverwaltung hält ein privates OGS-Modell grundsätzlich für möglich. Dafür wäre allerdings ein förmliches, möglicherweise europaweites Vergabeverfahren nötig. Ob ein privater Anbieter günstiger oder qualitativ besser arbeiten würde, könne derzeit nicht seriös beziffert werden. Zunächst müssten Leistungen, Qualitätsstandards und Kosten vergleichbar gemacht werden.
Nach Angaben der Verwaltung werden rund 90 Prozent der Hildener Grundschulkinder in unterschiedlichen Zeitmodellen betreut. Die jährlichen Personalkosten für die OGS liegen einschließlich geschätzter Overheadkosten bei etwa 8,05 Millionen Euro.
Pilotprojekt damit vorerst vom Tisch
Für den CDU-Antrag stimmten im Ausschuss die fünf CDU-Mitglieder und ein Mitglied der Grünen; acht Ausschussmitglieder lehnten ihn ab. Damit bleibt die OGS vorerst in städtischer Trägerschaft. Die Frage, ob ein anderes Modell Vorteile hätte, ist damit nicht grundsätzlich beantwortet. Für den vorgeschlagenen Versuch an einer Hildener Grundschule fand sich jedoch keine Mehrheit.
Quelle: Stadt Hilden / Bürgeraktion
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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