Neubürger loben Hildens Innenstadt – Kritik an der Verwaltung

27.10.2026

Zuzugsbefragung ergibt: Einkauf, Kultur und Freizeit überzeugen. Verbesserungsbedarf bei Bürgerservice, Kinderbetreuung und Verkehr

Eine lebendige Innenstadt, gute Einkaufsmöglichkeiten und vielfältige Freizeitangebote: Damit überzeugt Hilden viele neu zugezogene Menschen. Kritik gibt es dagegen am Verwaltungsservice, an der Kinderbetreuung und den Verkehrsbedingungen. Das zeigt die vom Dortmunder Institut ILS Research ausgewertete Zuzugsbefragung 2025. Der Bericht wird am 4. November 2026 dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität vorgelegt.

 

4.800 angeschrieben, 776 ausgewertet

Eingeladen wurden rund 4.800 volljährige Neubürger, die zwischen Juli 2022 und Juni 2025 aus anderen deutschen Kommunen nach Hilden gezogen waren. 776 Fragebögen gingen in die Auswertung ein.

Die Onlinebefragung fand im Herbst 2025 statt. Zuzüge unmittelbar aus dem Ausland wurden nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse spiegeln die Sicht der Teilnehmer wider, also nicht die Meinung der gesamten Stadtbevölkerung.

 

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Innenstadt ist Hildens Trumpf

Besonders häufig loben die Befragten Fußgängerzone, Marktplatz, Gastronomie und das Einkaufsangebot. Bei Stadtbild und Stadtflair stehen 483 positiven Äußerungen 142 negative gegenüber. Auch Veranstaltungen, Kultur und Freizeit schneiden mit 241 positiven gegenüber 58 negativen Nennungen gut ab.

Jüngere Erwachsene vermissen allerdings abendliche Treffpunkte und Ausgehmöglichkeiten. Beim Einzelhandel werden teilweise frühe Schließzeiten kritisiert.

 

Bürgerservice und Betreuung unter Kritik

Bei Stadtverwaltung und städtischer Infrastruktur überwiegt die Kritik: 83 negativen stehen 39 positive Nennungen gegenüber. Beschwerden betreffen Wartezeiten im Bürgerbüro, die Erreichbarkeit von Ämtern und fehlende Digitalisierung.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Kitaplätze, Betreuungskosten und Personalausfälle. Besonders Familien mit Kindern äußern sich in diesem Themenbereich unzufrieden.

 

Ampeln und S1 sorgen für Frust

Verkehr und Anbindung sind zahlenmäßig das größte Kritikfeld: 365 negativen stehen 233 positive Nennungen gegenüber. Hildens Nähe zu Düsseldorf und die regionale Erreichbarkeit werden geschätzt, die täglichen Verkehrsbedingungen hingegen deutlich kritischer gesehen.

Allein zu Ampelschaltungen und Verkehrsfluss gibt es 157 negative aber nur vier positive Äußerungen. Hinzu kommen S1-Ausfälle, Lücken im Busangebot, Baustellen und mangelhafte Straßen. Beim Radverkehr werden fehlende Verbindungen, der Zustand von Wegen und Konflikte mit Fußgängern angesprochen.

 

Gabelung und Bahnhof bleiben Kritikpunkte

Fritz-Gressard-Platz und Gabelung werden zusammen 20-mal erwähnt, davon 18-mal negativ. Kritisiert werden Aufenthaltsqualität, Ampelschaltungen und teilweise ein unsicheres Gefühl am Abend. Daraus lässt sich keine Aussage über die tatsächliche Kriminalitätslage ableiten.

Bahnhof und Busbahnhof erhalten zwölf Nennungen, elf davon kritisch. Anders als 2006 steht weniger das Erscheinungsbild im Mittelpunkt, sondern vor allem Bahnausfälle, Barrierefreiheit und Busverbindungen.

 

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Empfehlungen da – Maßnahmen noch offen

Das ILS empfiehlt, Innenstadt, Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangebote zu sichern und Schwächen bei Mobilität und Betreuung gezielt anzugehen. Beim Wohnraum sollen Angebote für Familien, junge Paare und ältere Menschen stärker zusammengedacht werden.

 

Ein konkretes Maßnahmenpaket mit Zeitplan und Finanzierung enthält die Sitzungsvorlage bislang nicht. Nach dem Stadtentwicklungsausschuss soll der Sozialausschuss am 18. November 2026 den Bericht zur Kenntnis nehmen. Eine öffentliche Vorstellung mit Diskussion ist für den 7. April 2027, also eineinhalb Jahre nach der Befragung (!) angekündigt.

 

Quelle: Stadt Hilden, ILS

Bericht: LT

Fotos/Montage: Archiv anzeiger24.de / Yamu_Jay/Pixabay

 

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 

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