Kann sich Hilden DIESE Musikschule noch leisten?

30.03.2026

Langenfeld kommt mit 1 Million Zuschuss weniger aus!

***Leitartikel***

Wenn am 15. April 2026 der Stadtrat endgültig den Haushalt 2026 verabschiedet, wird sich vor allem der “Produktbereich 04 Kultur“ freuen. Fast 6 Millionen Euro lässt sich die Stadt (besser: lassen sich die Hildener Steuerzahler) das Angebot an Museum, Veranstaltungen, Musikschule, Bücherei und VHS kosten. Das sind im laufenden Jahr 10 Prozent mehr als zuvor. Den größten Batzen verschlingt die Musikschule.

 

Über 2 Millionen Euro Zuschuss pro Jahr

Die Zahlen sind eindeutig und lassen sich nicht wegdiskutieren: Alleine die Musikschule Hilden kostet die Stadt jedes Jahr über 2 Millionen Euro Zuschuss. In Zeiten wachsender finanzieller Belastungen, steigender Anforderungen im Schulbereich und begrenzter Spielräume stellt sich damit zwangsläufig die Frage: Kann und darf sich Hilden dieses Modell noch leisten?

 

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Nicht nur der Unterricht ist das Problem – sondern auch die Struktur

Es geht an dieser Stelle ausdrücklich nicht um die grundsätzliche Bedeutung musikalischer Bildung. Die steht außer Frage.

Fraglich ist vielmehr, ob Hilden sich ein System leisten sollte, das in seiner heutigen Form weit über das hinausgeht, was andere vergleichbare Städte vorhalten.

Dabei zeigt der Blick in den Haushalt aber noch etwas anderes: Ein erheblicher Teil des Defizits entsteht gar nicht im Unterricht selbst, sondern durch die Struktur, die um ihn herum aufgebaut wurde. Von rund 2,8 Millionen Euro Gesamtkosten entfallen fast 1 Million Euro auf sogenannte interne Leistungsbeziehungen, also Kosten für Gebäude, Verwaltung, IT und zentrale Dienste.

 

Ein besonders aufwendiges Modell

Die Musikschule Hilden ist kein „Standardangebot“ wie in anderen Städten. Sie ist ein besonders aufwendig ausgestattetes Modell: ein hoher Anteil festangestellter Lehrkräfte nach Tarif, ein breites Zusatzangebot mit Ensembles, Projekten und Kooperationen sowie eine starke kulturelle Präsenz über den reinen Unterricht hinaus. All das ist pädagogisch wertvoll, aber eben auch teuer. Sehr teuer.

 

Der Vergleich mit Langenfeld

Ein Vergleich mit Langenfeld macht das deutlich. Bei ähnlicher Stadtgröße kommt die dortige Musikschule mit rund 1 Million Euro Zuschuss aus, also mit weniger als der Hälfte. Gleichzeitig wird auch dort qualifizierter Unterricht angeboten. Der Unterschied liegt im System: höhere Kostendeckung, andere Personalstruktur, stärkere Fokussierung auf den Kernauftrag.

 

Die entscheidende Frage: Was ist verhältnismäßig?

Vor diesem Hintergrund drängt sich eine unbequeme, aber notwendige Frage auf: Ist das Hildener Modell noch verhältnismäßig? Oder leistet sich die Stadt hier ein Niveau, das finanziell nicht mehr zu rechtfertigen ist?

 

Eine Annäherung an die Strukturen in Langenfeld könnte Einsparungen von deutlich über 1 Million Euro jährlich ermöglichen. Geld, das an anderer Stelle dringend benötigt wird.

Natürlich hätte das Konsequenzen: weniger Zusatzangebote, möglicherweise höhere Gebühren, Veränderungen im Personalbereich.

Aber genau darin liegt die politische Verantwortung: Prioritäten zu setzen.

 

Zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit

Es geht also nicht um die Abschaffung der Musikschule. Es geht um die ehrliche Frage, welches Modell sich Hilden künftig leisten will und ob es verantwortbar ist, an einer besonders kostenintensiven Struktur festzuhalten, während an anderer Stelle der Druck weiterwächst.

 

Wer diese Frage nicht stellt, verschiebt das Problem nur in die Zukunft. Wer sie stellt, eröffnet die Möglichkeit, die Musikschule zu erhalten, aber in einer Form, die auch finanziell tragbar ist.

 

Bericht: LT

Foto/Montage: anzeiger24.de / Ki generiert mit Adobe Firefly

 

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 

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