„Hilden – Was liegt näher“: Alter Slogan kehrt zurück – und soll auch bleiben
05.10.2026Leuchtbanner soll bald wieder aufgehängt werden – ein neuer Spruch kann aus Kostengründen nicht mehr kreiert werden
Pünktlich kurz vor Beginn der „Winterzeit“ (also der „normalen“ Zeit) soll das Schriftbanner mit dem altbekannten Slogan „Hilden – Was liegt näher“ wieder am Eingang zur Mittelstraße am Fritz-Gressard-Platz erstrahlen.
Die nicht mehr ganz so junge Lichtinstallation war defekt und wurde vom Stadtmarketing e.V. (nicht zu verwechseln mit dem Stadtmarketing im Citymanagement) auf eigene Kosten repariert. Die Stadt sollte dafür die Wiederaufhängung organisieren und finanzieren – das war der Deal.
Letzteres hat mehrere Monate gedauert, weil noch eine Genehmigung der Hauseigentümer Mittelstraße Nr. 113/115 und Nr. 84 eingeholt und eine „Zugprüfung“ durchgeführt werden musste.
Doch nun ist ein Ende in Sicht.
Laut Stadt Hilden soll am 20. Oktober 2026 die letzte Prüfung der Wandhaken erfolgen. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Illumination also wieder aufgehängt werden.
Am anderen Straßenende wird die Leuchtanlage jedoch nicht mehr installiert, denn die Befestigungshaken befanden sich am früheren Reichshof, der 2014 abgerissen wurde. An der Gebäudewand des Neubaus (Atrium) gäbe es keine Befestigungsmöglichkeit mehr, sagt die Stadtverwaltung.
Haushaltslage: Kein Geld für Agentur
Was bislang allerdings unklar war: Soll der Claim „Hilden – Was liegt näher“ aus den 90er Jahren überhaupt noch weiter benutzt werden? Denn die Verwaltung hatte eigentlich den Plan, einen neuen Spruch kreieren zu lassen, da der bisherige „nicht mehr zeitgemäß“ sei und ohnehin auch in anderen Städten schon genutzt werde. Die jetzige Maßnahme sollte nur eine Zwischenlösung sein, bis ein frischer Slogan präsentiert wird. Das hatte auch der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing beschlossen.
Doch aus diesem Vorhaben wird wohl nichts, wie Bürgermeister Claus Pommer bei einem Pressetermin auf Nachfrage erklärte. Der Grund überrascht nicht: Wegen der Haushaltslage könne jetzt keine Agentur beauftragt werden, die für viel Geld einen neuen Claim ersinnt.
Das dürfte die Anhänger und Bewahrer des Althergebrachten freuen. Beispielsweise sieht Ratsherr Jan Volkenstein (Grüne) darin „Nostalgie und Heimatgefühl“ oder gar ein „Kunstwerk“.
Und auch die SPD erklärte in einer früheren Stellungnahme: „Die Leuchtschrift ist ein emotional verankertes Wahrzeichen der Stadt. Ihre Wiederaufhängung setzt ein sichtbares Zeichen für Kontinuität, lokale Identität und die Wertschätzung gewachsener Stadtgeschichte. Der Claim besteht seit Jahrzehnten und verbindet Nähe, Zentralität und Lebensqualität auf prägnante Weise. (…) Die sichtbare Präsenz der Leuchtschrift in Kombination mit einer konsequenten Markenführung steigert Aufmerksamkeit, Aufenthaltsqualität und Besucherfrequenz. Eine klare Markenbotschaft unterstützt zudem den lokalen Handel und die Positionierung der Innenstadt.“
Bericht: KA
Archivfoto: Stadtmarketing e.V.
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