Hilden schafft neue Stellen für Renovierung und Auszugsmanagement von Flüchtlingsunterkünften

15.04.2026

Zwei Handwerker und ein Wohnraumvermittler sollen sich um Instandhaltung und Umzüge kümmern

Die Stadt hat im Haushaltsplan 2026 die Schaffung von drei neuen Stellen im Zusammenhang mit ihren Flüchtlingsunterkünften vorgesehen. Ziel ist es vor allem, Instandhaltungsarbeiten künftig verstärkt mit eigenem Personal umzusetzen sowie den Auszug anerkannter Flüchtlinge besser zu organisieren.

 

Konkret sollen zwei Stellen im handwerklichen Bereich sowie eine Stelle für das sogenannte Auszugsmanagement eingerichtet werden. Für die Renovierungsarbeiten wurden bereits im Herbst 2025 zwei Fachkräfte eingestellt: eine Person mit abgeschlossener Maler- und Lackiererlehre sowie eine weitere mit Tischlerausbildung. Sie übernehmen unter anderem Malerarbeiten, Reparaturen, Innenausbau, Holzverarbeitung sowie Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen in den Unterkünften.

 

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Die dritte Stelle ist im Auszugsmanagement angesiedelt. Hierfür sucht die Stadt eine Fachkraft mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund. Zu den Aufgaben gehören die Vermittlung von Wohnraum für anerkannte Geflüchtete, die Akquise von Wohnungen, Beratung sowie die Begleitung von Besichtigungen.

 

Befristete Perspektive und Eingruppierung

Alle drei Stellen sind zunächst nicht dauerhaft angelegt. Das Auszugsmanagement soll frühestens nach zwei Jahren überprüft werden. Die handwerklichen Stellen sind auf einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren ausgelegt, danach wird ihre Wirtschaftlichkeit neu bewertet.

 

Die Vergütung erfolgt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD): Die Stelle im Auszugsmanagement ist in Entgeltgruppe 9a eingestuft, die beiden handwerklichen Stellen jeweils in Entgeltgruppe 6.

 

Strategiewechsel: Weniger externe Dienstleister

Hintergrund der Personalaufstockung ist ein strategischer Kurswechsel der Stadt. Statt vermehrt externe Handwerksfirmen zu beauftragen, sollen Arbeiten künftig stärker durch eigenes Personal erledigt werden. Laut Verwaltung entstehen dadurch keine zusätzlichen Belastungen, da die höheren Personalkosten durch geringere Ausgaben für externe Dienstleistungen ausgeglichen werden sollen.

 

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Tatsächlich waren die Kosten für Reparaturen und Instandhaltung der Flüchtlingsunterkünfte zuletzt deutlich gestiegen – von rund 685.000 Euro im Jahr 2024 auf etwa 838.000 Euro im Jahr 2025.

 

Sanierungsbedarf durch provisorische Bauweise

Ein wesentlicher Grund für den steigenden Aufwand liegt in der Bauweise vieler Unterkünfte. Diese wurden ab 2016 teilweise als Containeranlagen errichtet und waren ursprünglich nur als temporäre Lösung gedacht. Inzwischen haben viele Anlagen ihre geplante Nutzungsdauer erreicht oder überschritten, was zu erhöhtem Verschleiß und wachsendem Sanierungsbedarf führt. Die Stadt legt Wert auf die Feststellung, dass der Zustand der Unterkünfte nicht auf eine übermäßige Nutzung zurückzuführen ist, sondern auf die ursprüngliche Auslegung als Provisorium.

 

Mit der geplanten Personalaufstockung reagiert die Stadt somit sowohl auf den gestiegenen Sanierungsbedarf als auch auf die Herausforderung, Geflüchtete schneller in regulären Wohnraum zu vermitteln.

 

Quelle: Stadt Hilden

 

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