Ein Herz aus Bronze für 80 Jahre UNICEF – Hilden wird Teil einer bewegenden Spendenaktion

04.11.2026

80 Städte setzen ein Zeichen für Menschlichkeit – Künstlerin Meral Alma hat eine spezielle Botschaft

Eine einfache Idee, die viel Gutes bewirken kann: Unzählige Herzen aus Fichtenholz hat Heribert Klein, langjähriger Moderator der UNICEF-Gala in Hilden, bereits von prominenten Persönlichkeiten kreativ veredeln lassen, um den Versteigerungs-Erlös an das weltweite Kinderhilfswerk zu spenden. Nun feiert die Organisation ihr 80-jähriges Bestehen. Und da will der umtriebige Gesandte natürlich einen entsprechend besonderen Beitrag zu leisten.

Die Idee: in 80 deutschen Städten soll wieder jeweils ein Künstler, bzw. eine Künstlerin ein Herz fantasievoll gestalten. Und da darf Hilden natürlich nicht fehlen – neben den großen Metropolen wie Düsseldorf, Köln oder München. Schließlich wurde in der Stadthalle an der Itter die langlebigste Ära der UNICEF-Deutschland-Gala ausgerichtet. Und auch wenn das Event seit einigen Jahren hier nicht mehr stattfinden kann, besteht noch immer eine tiefe Verbundenheit.

Das Werk ist nun vollendet und wurde am 4. November 2026 offiziell an Bürgermeister Claus Pommer (Foto oben Mitte) übergeben. Heribert Klein (l.) hat für Hilden die Düsseldorfer Künstlerin Meral Alma (r.) ausgewählt. Und sie hatte eine ganz spezielle Inspiration, um den Gedanken von UNICEF schöpferisch darzustellen.

 

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Bronze als Zeichen für Menschlichkeit, Mitgefühl, Zusammenhalt – für Jahrhunderte

Sie bearbeitete nämlich kein „schnödes“ Holz in Herzform, wie es üblich ist und wie sie es bereits vor rund zehn Jahren schon einmal gemacht hat. Stattdessen hat sie eine überragende Skulptur aus Bronze gegossen. Das ist in der Tat massig schwerer als Fichtenholz, etwa 20 Kilogramm. Dafür steht es aber auch für eine gewichtige Botschaft: „Ich wollte nicht einfach nur ein Stück Holz bemalen. Bronze war für mich richtige Material, denn es überdauert Jahrhunderte und ist unzerstörbar“, sagt die Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie, die auch schräg gegenüber ihr Atelier betreibt und sich unter anderem für ein Kinder- und Jugendhospiz engagiert. „Darin liegt für mich ein Versprechen, das bleibt: Nicht wegsehen, wenn Kinder uns brauchen, sondern genau hinsehen. Kein Kind trägt Verantwortung für die Welt, in die es hineingeboren wird. Sein Recht auf Schutz und auf eine unbeschwerte Kindheit ist nicht verhandelbar. Ganz gleich, wo es geboren ist. Dafür steht UNICEF seit 80 Jahren.“

 

Dementsprechend symbolisiert das Bronze-Herz „Menschlichkeit, Mitgefühl, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen“, ergänzt Bürgermeister Pommer. „Dass Hilden Teil dieser besonderen Geburtstagsaktion ist, erfüllt mich mit Stolz. Denn das Wohl von Kindern, insbesondere in schwierigen Lebenssituationen, hat in unserer Stadt einen hohen Stellenwert. Kindern in Not zu helfen und ihnen Perspektiven für eine bessere Zukunft zu eröffnen, ist für uns eine Herzensangelegenheit. Das unterstreicht nicht zuletzt die inzwischen 40-jährige Tradition der UNICEF-Gala in Hilden.“

 

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Von einer Mark zur Million Euro: Die unglaubliche Geschichte der UNICEF-Herzen beginnt mit Peter Ustinov

Allzu lang wird das Bildhauerkunstwerk allerdings nicht das Rathaus zieren. Denn es soll ja – zusammen mit den anderen 79 Holzherzen – meistbietend veräußert werden. Und zwar über eine Online-Auktion im Dezember. Acht der 80 Herzen werden bei einer United Charity-Sonderveranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin präsentiert – darunter auch das Exponat aus und für Hilden, berichtet Heribert Klein. Er blickt auch immer wieder gerne auf den Anfang dieser außergewöhnlichen Spendensammlung zurück, die ebenfalls mit einem 80. Geburtstag zu tun hat – nämlich vom UNICEF-Botschafter Sir Peter Ustinov: Man schreibt das Jahr 2001. Klein war in der anderen UNICEF-Hauptstadt Filzmoos unterwegs. Da fiel ihm ein simples Fichtenholz in Herzform auf – das damals lediglich 1 DM gekostet hat. Da kam ihm die Idee, dieses von Peter Ustinov signieren zu lassen, um es dann für den guten Zweck „unter den Hammer“ zu bringen.

 

Bei der Geburtstagsfeier des Weltstars in Berlin gelang es ihm, seinen Freund von der Idee zu überzeugen. Als ihn ein Reporter auf den kleinen Preis ansprach, sagte sich Heribert Klein: „Aus der einen Mark mache ich 1 Million! Und 17 Jahre später habe ich es geschafft. Mittlerweile haben wir sogar 1,5 Millionen eingenommen – und zwar Euro!“

 

Acht Jahrzehnte UNICEF: Weltweites Netzwerk in über 190 Ländern

Alles, was Heribert Klein über die Galas in Deutschland und Österreich, über die Herz-Aktion und sonstige Spendenideen erwirtschaftet hat, fließt selbstredend zu UNICEF – das ist seine Lebensaufgabe. Ursprüngliche Idee war es im Jahr 1946, notleidende Kinder im kriegszerstörten Europa und anderen Regionen mit Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung zu unterstützen.

Daraus ist ein weltweites Netzwerk in über 190 Ländern entstanden, so Klein: „Das Kinderhilfswerk leistet sowohl akute Nothilfe, um Leben zu retten, als auch langfristige Unterstützung, um Kindern dauerhaft Perspektiven zu eröffnen. So ist beispielsweise die Kindersterblichkeit bei unter Fünfjährigen seit 1990 um 60 Prozent gesunken, unter anderem dank einer besseren Gesundheitsversorgung, sicherem Trinkwasser und ausreichender Ernährung. Impfungen haben in den vergangenen 50 Jahren 154 Millionen Menschenleben gerettet, und mehr Kinder besuchen eine Schule als je zuvor.“

 

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Doch noch immer sind Kinder durch Kriege und Vertreibung und Naturkatastrophen gefährdet: „Fast jedes fünfte Kind lebt inzwischen in einem Konfliktgebiet – so viele wie nie zuvor“, berichtet Klein. „Rund 50 Millionen Kinder sind aufgrund von Gewalt und Konflikten auf der Flucht. Fast die Hälfte aller Kinder wächst bereits heute in Ländern auf, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.“

Umso wichtiger sei daher das Engagement von UNICEF. Klein will dazu weiterhin seine Energie aufbringen und appelliert an die Spendenbereitschaft der Deutschen: „5 Euro Spende eines Kindes sind dabei genau so viel wert wie 10.000 Euro eines Industriellen", so sein Motto.

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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