Weniger Geld für die Innenstadt, neue Pläne für Klima und Umwelt
09.10.2026Budget für eine schönere Innenstadt sinkt von 300.000 auf 120.000 Euro
Wie viel Geld steht künftig für die Innenstadt, die Grünanlagen und den Klimaschutz zur Verfügung? Darum ging es gestern im Planungs-, Umwelt- und Klimaausschuss. Die Verwaltung stellte die geplanten Einnahmen und Ausgaben für die Aufgabenbereiche des Ausschusses vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, was sich 2027 verändert.
Die Unterlagen zeigen: Für einzelne Aufgaben wird weniger Geld eingeplant. An anderer Stelle steigen die Kosten. Was das konkret für die Bürger bedeutet, bleibt teilweise noch offen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Die Stadt muss zunächst etwas mehr Geld beisteuern
Nicht alle Aufgaben der Stadt bringen genügend Einnahmen, um ihre Kosten zu decken. Die Differenz muss aus dem städtischen Haushalt bezahlt werden. Für die sieben dargestellten Bereiche – darunter Stadtplanung, Bauaufsicht, Grünanlagen und Klimaschutz – steigen die Ausgaben zunächst leicht: von 5,39 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 5,43 Millionen Euro 2027. Für 2028 sind dann aber nur noch 4,88 Millionen Euro geplant.
Weniger Geld für Bänke, Begrünung und eine schönere Innenstadt
Für die Aufwertung der Innenstadt sollen ab 2027 jährlich nur noch 120.000 Euro bereitstehen. Genannt werden beispielsweise Begrünung und Stadtmobiliar, also etwa Sitzgelegenheiten. Im aktuellen Haushaltsplan 2026 stehen dafür noch 300.000 Euro bereit.
Auch bei der Wirtschaftsförderung und dem Citymanagement sinkt das Geld für Leistungen und Sachausgaben: von 185.000 auf 66.400 Euro. Gleichzeitig steigen allerdings die Zuschüsse. Für KOMMIT e. V. sind weiterhin 200.500 Euro vorgesehen. Insgesamt will die Stadt für diesen Aufgabenbereich 2027 rund 68.000 Euro weniger beisteuern.
Stadtplanung wird trotz kleinerem Sachbudget teurer
Die Stadtplanung beschäftigt sich unter anderem damit, wo gebaut werden darf und wie sich Langenfeld weiterentwickeln soll. Für Gutachten, Planungen und andere Sach- und Dienstleistungen sinkt das Budget von 220.000 Euro auf 130.000 Euro. Gleichzeitig steigen aber die Personalkosten um rund 118.000 Euro auf 693.000 Euro. Insgesamt benötigt der Bereich deshalb 2027 etwa 25.000 Euro mehr aus dem Stadthaushalt.
Eingeplant sind unter anderem 75.000 Euro für ein Stadtentwicklungskonzept. Es soll eine Grundlage für die weitere Entwicklung der Stadt schaffen. Weitere 50.000 Euro sind für Kartengrundlagen und Gutachten vorgesehen.
Wird künftig weniger Grün gepflegt? Das bleibt offen
Bei den Parks und öffentlichen Grünanlagen sehen die Zahlen auf den ersten Blick nach einer großen Personalersparnis aus. Die direkt dort gebuchten Personalkosten sinken von rund 412.000 Euro auf knapp 3.000 Euro. Doch gleichzeitig werden deutlich mehr Kosten für Arbeiten des Betriebshofs und für Fahrzeuge intern „weiterberechnet“. Diese Position steigt von rund 64.000 auf 294.000 Euro. Auch die Ausgaben für Material und Dienstleistungen nehmen zu.
Insgesamt sinkt der Betrag, den die Stadt für die Grünanlagen aufbringen will, um rund 68.000 Euro auf 736.000 Euro. Ob sich dadurch die Pflege von Beeten, Bäumen und Rasenflächen verändert, lässt sich aus den Unterlagen nicht erkennen.
Neue Konzepte: Was bringen sie den Bürgern?
Für Klima und Umwelt sind 2027 mehrere neue Planungen vorgesehen:
- 100.000 Euro Eigenmittel für ein Elektromobilitätskonzept: Es soll sich mit der Weiterentwicklung der Elektromobilität beschäftigen.
- 100.000 Euro für ein Biodiversitätskonzept einschließlich Umsetzung: Dabei geht es um die Vielfalt und den Schutz von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen.
- 55.000 Euro für ein Klimaanpassungskonzept: Es soll den Umgang mit Folgen des Klimawandels, beispielsweise Hitze und Starkregen, vorbereiten.
- 35.000 Euro Eigenmittel für eine Studie zu Wärmenetzen: Untersucht werden soll, ob eine gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude möglich ist.
Zusammen sind das 290.000 Euro. Für das Klimaanpassungskonzept stehen 2028 nochmals 55.000 Euro im Plan.
Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen, wann sie umgesetzt werden und welche zusätzlichen Kosten entstehen, lässt sich aus den kurzen Erläuterungen noch nicht ablesen.
Ein großer Umweltposten betrifft Wasser und Gewässer
Für den Aufgabenbereich „Klimaschutz“, zu dem auch weitere Umweltaufgaben gehören, muss die Stadt 2027 insgesamt rund 1,86 Millionen Euro beisteuern. Ein erheblicher Teil betrifft Wasserführung und Gewässerunterhaltung. Dafür sind zusammen 1,09 Millionen Euro vorgesehen. Der Betrag entfällt also keineswegs allein auf Klimakonzepte oder neue Projekte.
Ein kleiner Park ist geplant – die Finanzierung braucht Erklärung
Für den auf dem Martinplatz geplanten Pikopark, eine kleine Grünanlage, sind 2027 100.000 Euro eingeplant. Nach den Erläuterungen sollen 80 Prozent gefördert werden.
In der dazugehörigen Übersicht sind für 2027 noch keine Fördermittel als Einnahmen ausgewiesen. Wann das Geld erwartet wird und welchen Anteil Langenfeld selbst bezahlen muss, bleibt deshalb in den vorliegenden Unterlagen offen.
Was wird wirklich gespart – und was kommt nur später?
Für die Bürger bleiben zwei wesentliche Fragen: Welche Leistungen verändern sich tatsächlich? Und wie viel spart die Stadt auf Dauer? Darauf geben die Haushaltsunterlagen noch keine endgültigen Antworten.
Die finale Entscheidung über den Doppelhaushalt 2027/2028 trifft der Rat.
Quelle: Stadt Langenfeld
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
Weitere News aus Deiner Stadt gibt es hier
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an [email protected]
oder als Kommentar bei Facebook.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an [email protected].
Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
Dein Langenfeld