Neue Unterkünfte, bezahlbare Wohnungen und mehr Sicherheit: Was Langenfeld jetzt umsetzt
12.09.2026Der Sozial- und Ordnungsausschuss zieht am 1. September Bilanz. Vieles ist beschlossen – doch bei der Obdachlosenunterkunft, dem sozialen Wohnungsbau und der Unterkunft am KAG bleiben wichtige Fragen offen
Was ist aus den bisherigen Beschlüssen des Langenfelder Sozial- und Ordnungsausschusses geworden? Darüber informiert die Stadt in der kommenden öffentlichen Sitzung am 1. September 2026. Die Bilanz fällt gemischt aus: Mehrere Vorhaben gelten offiziell als erledigt. Andere befinden sich noch in der Planung. Besonders auffällig: Ein Beschluss aus dem Jahr 2023 ist weiterhin offen.
Neue Obdachlosenunterkunft: Grundstück ist gekauft
Bei der geplanten Obdachlosenunterkunft ist die Stadt jetzt einen wichtigen Schritt weiter. Nach Angaben der Verwaltung wurde inzwischen ein geeignetes Grundstück gefunden und gekauft. Noch fehlen allerdings entscheidende Informationen: Wo liegt das Grundstück? Wie groß wird die Unterkunft? Wie viele Menschen sollen dort wohnen und was kostet der Bau? Die Stadt kündigt lediglich an, den Ausschuss zu informieren, „sobald es konkreter wird“.
Zuletzt hatte es Diskussionen über einen möglichen Standort in Richrath gegeben. Anwohner äußerten dabei Sicherheitsbedenken. Ob die Stadt nun dort oder ein anderes Grundstück gekauft hat, geht aus der aktuellen Vorlage nicht hervor. Die Stadt unterstützt Menschen, denen der Verlust ihrer Wohnung droht. Zusammen mit dem Sozialdienst katholischer Frauen und dem Wohnungsunternehmen VIVAWEST wird versucht, Wohnungsverlust möglichst zu verhindern und wohnungslose Menschen in reguläre Wohnungen zu vermitteln.
Unterkunft am Konrad-Adenauer-Gymnasium: Seit drei Jahren keine Lösung
Weiter offen ist auch die Zukunft der Interimsunterkunft am Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG). Bereits im Mai 2023 hatte der Ausschuss einstimmig beschlossen, die Unterkunft nach Fertigstellung eines Neubaus aufzugeben. Mehr als drei Jahre später steht in der neuen Übersicht noch immer lediglich: „noch offen“. Einen Zeitplan oder eine Begründung nennt die Verwaltung nicht.
Dafür ist an der Haus-Gravener-Straße eine neue Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise erstellt worden. Sie wird Platz für mindestens 122 Menschen bieten. Der zuletzt bekannte Kostenrahmen liegt bei knapp acht Millionen Euro. Darüber hatten wir berichtet.Der Neubau soll die angespannte Situation in den städtischen Unterkünften entschärfen. Ob damit auch die Interimslösung am KAG beendet werden kann und wann der Auszug erfolgt, bleibt jedoch unbeantwortet.
Bezahtlbare Wohnungen: Der Druck wächst
Beim sozialen Wohnungsbau ist Langenfeld leider auch noch nicht wesentlich weiter. Der Ausschuss hatte zwar im Februar verschiedene Vorschläge neu sortiert und priorisiert. Wie diese umgesetzt werden sollen, will die Verwaltung aber erst noch erläutern. Dabei ist die Lage angespannt. Langenfeld gehört nach der Mieterschutzverordnung des Landes zu den Städten mit einem angespannten Wohnungsmarkt. Bezahlbare Wohnungen sind knapp.
Nach Angaben der SPD-Fraktion gibt es derzeit noch rund 1.033 öffentlich geförderte Wohnungen. Bis 2035 könnten mehr als 60 Prozent davon aus der Sozialbindung fallen. Die betreffenden Wohnungen verschwinden dann zwar nicht, können danach aber grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen vermietet werden.
Als mögliche Bauflächen wurden das Gelände der bisherigen Obdachlosenunterkunft an der Bahnstraße und das Grundstück Immigrather Straße 40 genannt. Konkrete Angaben zur Zahl der geplanten Wohnungen, zum Baubeginn oder zu den Kosten liegen bislang nicht vor.
Behindertenbeirat kommt – aber noch fehlt das Regelwerk
Der politische Beschluss für einen Behindertenbeirat ist gefasst. Der Rat stimmte der Gründung am 24. März zu. In der aktuellen Übersicht führt die Stadt den Punkt deshalb als erledigt. Dich ganz abgeschlossen ist die Arbeit damit noch nicht. Die Interessengemeinschaft Behindertenbeirat Langenfeld mss zunächst eine Satzung und eine Geschäftsordnung ausarbeiten.
Der Beirat soll künftig Rat, Ausschüsse und Verwaltung beraten. Er soll darauf achten, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung bei städtischen Entscheidungen berücksichtigt werden, sich für Barrierefreiheit einsetzen und Ansprechpartner für Betroffene sein.
Die Stadt bekommt 8 neue Rettungswagen – günstiger durch „Großeinkauf“
Bei der Beschaffung neuer Rettungswagen arbeiten Langenfeld und Erkrath künftig zusammen. Die Vereinbarung ist unterzeichnet und von der Kommunalaufsicht des Kreises Mettmann genehmigt worden. Beide Städte wollen insgesamt 13 Rettungswagen anschaffen: acht für Langenfeld und fünf für Erkrath. Durch die größere Bestellung hoffen sie auf günstigere Preise und bessere Lieferbedingungen.
Später soll möglicherweise auch ein gemeinsamer Pool mit Ersatzfahrzeugen entstehen. Fällt ein Rettungswagen aus, müsste dann nicht kurzfristig ein teures Ersatzfahrzeug angemietet werden.
Die wichtigsten Antworten fehlen noch
Die Vorlage zeigt: Vieles ist politisch oder formal erledigt. Bei den für Bürger besonders wichtigen Vorhaben fehlen jedoch weiterhin konkrete Angaben.
Vor allem diese Fragen bleiben offen: Wo entsteht die neue Obdachlosenunterkunft? Was wird sie kosten? Wann wird die Unterkunft am KAG aufgegeben? Und wann entstehen tatsächlich neue bezahlbare Wohnungen?
Hier muss die Verwaltung in der Sitzung am 1. September konkreter werden.
Quelle: Stadt Langenfeld
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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