Langenfeld bekommt möglicherweise eine zweite Pipeline – muss das sein?
25.09.2026Die Stadt hatte bereits informiert. Jetzt dürfen auch die Bürger mitreden
Durch Langenfeld verläuft bereits eine Pipeline, die ursprünglich vom Bayer-Konzern gebaut wurde und heute zum Chemieunternehmen Covestro gehört. Sie soll Kohlenmonoxid (CO) transportieren, einen hochgiftigen Stoff, der als Rohstoff für die Kunststoffproduktion benötigt wird. Die Leitung wurde zwischen 2007 und 2009 verlegt, ist aber infolge diverser Gerichtsverfahren bis heute noch nicht in Betrieb.
Bei der jetzt geplanten Pipeline handelt es sich um ein anderes Projekt. Die Firma Open Grid Europe (OGE) möchte eine rund 200 Kilometer lange Leitung bauen, durch die Kohlendioxid (CO₂) transportiert werden soll. Das Gas entsteht unter anderem bei industriellen Produktionsprozessen. Es soll aufgefangen und über die Pipeline in Richtung Niederlande transportiert werden, um es beispielsweise dauerhaft unter der Nordsee zu speichern.
Der Unterschied: Kohlenmonoxid ist bereits in geringen Konzentrationen hochgiftig. Kohlendioxid ist dagegen ein natürlicher Bestandteil unserer Atemluft. In hohen Konzentrationen kann aber auch CO₂ lebensgefährlich werden. Insbesondere bei einem größeren Austritt kann sich das Gas in tiefer gelegenen Bereichen ansammeln.
Stadt Langenfeld sieht Chancen für den Klimaschutz
Die Stadt Langenfeld hat bereits im August über das Pipeline-Projekt informiert und auf eine Informationsveranstaltung des Betreibers OGE aufmerksam gemacht. Diese fand am 24. August in der Schützenhalle Richrath statt. In ihrer Mitteilung erläuterte die Stadt den möglichen Nutzen des Vorhabens: Eine leistungsfähige CO₂-Infrastruktur könne dazu beitragen, Industrieemissionen zu reduzieren, die sich derzeit nur schwer oder gar nicht vermeiden lassen.
Das aufgefangene Kohlendioxid könne zu geeigneten Speicherstätten oder zu Standorten transportiert werden, an denen es weiterverwendet wird. Damit könne die geplante Infrastruktur einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Industrie und zum Erreichen der Klimaziele leisten. Eine ausdrückliche Zustimmung der Stadt zur konkreten Trassenführung geht aus dieser Mitteilung allerdings nicht hervor.
Ab 25. September haben die Bürger das Wort
Jetzt beginnt die nächste Phase des Verfahrens. Vom 25. September bis einschließlich 26. Oktober 2026 können sich die Bürger über die geplante CO₂-Pipeline informieren und ihre Anregungen oder Bedenken offiziell einreichen. Dazu werden die Planungsunterlagen im Internet veröffentlicht. Sie zeigen unter anderem, welche Leitungskorridore vorgesehen sind und welche Auswirkungen das Vorhaben auf die betroffenen Gebiete haben könnte.
Besonders für Anwohner und Grundstückseigentümer entlang der möglichen Trassen lohnt sich ein genauer Blick. Dabei können beispielsweise folgende Fragen angesprochen werden:
Wie nah soll die Leitung an Wohngebieten vorbeiführen?
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind vorgesehen?
Welche Einschränkungen könnten für Grundstückseigentümer entstehen?
Gibt es alternative Trassenführungen, die Langenfeld weniger belasten würden?
Die sogenannte Raumverträglichkeitsprüfung dient zunächst dazu, die Auswirkungen des Projekts zu untersuchen und einen geeigneten Leitungskorridor zu finden. Eine endgültige Baugenehmigung ist damit noch nicht verbunden.
Wer sich zu der geplanten Pipeline äußern möchte, hat dafür bis zum 26. Oktober 2026 Gelegenheit. Die Unterlagen und Informationen zur Beteiligung sind über das Beteiligungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen abrufbar.
Quelle: Stadt Langenfeld
Bericht: LT
Fotos/Video: KI-generiertes Bild
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