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Danke, Maus

Das Wilhelm-Fabry-Museum öffnet nach dem Corona-Logdown wieder seine Pforten für die Ausstellung "Danke, Maus", zunächst an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, jeweils von 11 bis 17. 

Das Kulturamt bittet die Bürgerinnen und Bürger, sich ab dem 12. Mai 2020 telefonisch bei Daniela Michaelis anzumelden, montags bis freitags, von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 02103/5903. Eine kleine Gruppe kann die Ausstellung jeweils für die Dauer von rund 30 Minuten besuchen. In den Ausstellungsräumen gilt die Maskenpflicht.

 

Zur Ausstellung

Ob Bisons in Amerika, Hummeln in Belgien oder Kamele in der Mongolei, seit 30 Jahren richten die studierte Sozialarbeiterin Heidi Koch und der Verhaltensforscher Hans-Jürgen Koch einen ganz besonderen Blick auf das Tier, das für die beiden zum fotografischen Lebensthema wurde. Heidi und Hans-Jürgen Koch bezeichnen sich selbst als Lebensform-Fotografen, eine sehr treffliche Bezeichnung, denn das Paar sieht sich ganz und gar nicht als klassische Tierfotografen. Sie richten ihren Fokus bewusst auf das Abseitige, das Unerwartete, und erzählen so bewegende Geschichten, die vor ihnen noch niemand erzählt hat.

 

Wilhelm-Fabry-Museum-Hilden-Ausstellung-Danke-Maus

 

Wolfgang Behnken, legendärer Art Director des Wochenmagazins Stern, äußerte in seiner Laudatio zum Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie: „Die Kochs zeichnet der zweite Blick aus, das zu sehen, was andere übersehen.“

Ihren internationalen Durchbruch im Fotojournalismus hatten die Kochs 1990 mit einer Reportage über Hausmäuse, die im Magazin Stern unter dem Titel „Dass uns bloß NIE die Mäuse ausgehen“ erschien.

In der Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum zollen Heidi und Hans-Jürgen Koch der Labormaus, die eigentlich Menschenmaus heißen müsste, Tribut. Keinem anderen Lebewesen schuldet der Mensch so viel wie der Labormaus. Sie gibt ihr Leben für unser Leben. Sie ist der beste Freund des Menschen.

Wir machen sie zu unserer Stellvertreterin. Ist dies moralisch zu rechtfertigen - oder möglicherweise geradezu ethisch zwingend? Dieses Dilemma müssen wir aushalten. Tagtäglich werden in den Forschungseinrichtungen dieser Welt Legionen von Labormäusen als anonyme Masse, als Tiermaterial produziert und verbraucht. Das wissen wir alle. Aber wer kennt schon ihre Geschichte? 

Die Fotografien zeigen authentische Labormäuse der Stämme DBA, BALB/c und C57Bl/6. „Wir wollten Ihnen ihr Gesicht zurückgeben, ihre Individualität, ihre Persönlichkeit. Letztlich handeln unsere Bilder von der Würde der Kreatur und dem Respekt vor ihr.“ So Heidi und Hans-Jürgen Koch, deren Werk vielfach preisgekrönt wurde. Neben dem Dr.-Erich-Salomon-Preis, der wohl wichtigsten Auszeichnung für publizistische Fotografie, die in Deutschland vergeben wird, wurden sie ausgezeichnet von World Press Photo Award, Lead Awards, BBC Wildlife Photographer of the Year, Hansel-Mieth-Preis, Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie, Alfred-Fried-Award u.a.m.

 

Die Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Str. 32a in Hilden, wird bis zum 24. Mai 2020 gezeigt.