Was unser Abwasser über die Gesundheit verrät
28.10.2026Kläranlage Monheim/Langenfeld als Proben-Zentrum der Forschung
Krankheitserreger erkennen, bevor sich Infektionen verstärkt ausbreiten: Eine Forschungsstudie des Kreises Mettmann und der Universität Duisburg-Essen zeigt, wie Abwasseranalysen den Gesundheitsschutz verbessern könnten. Besonders bemerkenswert ist, dass resistente Bakterien bereits im Abwasser nachgewiesen wurden, bevor entsprechende Krankheitsfälle dem Gesundheitsamt bekannt waren.
Im Abwasser steckt mehr als nur ein Hinweis auf die Umwelt
Was Menschen ausscheiden, kann wertvolle Informationen über die Gesundheit einer ganzen Region liefern. Genau diesen Ansatz verfolgt die sogenannte abwasserbasierte Epidemiologie. Dabei werden Abwasserproben auf Spuren von Krankheitserregern untersucht, um Hinweise auf deren Verbreitung in der Bevölkerung zu erhalten. Eine gemeinsame Studie der Universität Duisburg-Essen und des Kreisgesundheitsamtes Mettmann hat das Potenzial dieser Methode nun genauer beleuchtet. Die Ergebnisse wurden im internationalen Fachjournal „Frontiers in Public Health“ veröffentlicht.
Masern und Tuberkulose im Blick der Forschung
Für die Studie wurden über sechs Wochen hinweg regelmäßig Proben aus dem Abwasser der Kläranlage Monheim/Langenfeld entnommen. Dabei zeigte sich, dass sich selbst Erreger nachweisen lassen, deren Erkennung mit herkömmlichen Methoden schwierig sein kann. Dazu zählen Masernviren und Tuberkulosebakterien. So kann das mögliche Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt und die Entwicklung bestimmter Krankheitserreger besser eingeschätzt werden.
Resistente Bakterien geben besonders wichtige Hinweise
Ein besonders aufschlussreiches Ergebnis betrifft antibiotikaresistente Bakterien. Bestimmte resistente Bakterienstämme konnten im Abwasser bereits nachgewiesen werden, bevor entsprechende Fälle über die reguläre Überwachung von Patienten an das Gesundheitsamt gemeldet wurden. Antibiotikaresistenzen gehören zu den wachsenden Herausforderungen des Gesundheitswesens.
Können Krankenhäuser künftig früher reagieren?
Die gewonnenen Erkenntnisse könnten auch den Alltag von Kliniken und Arztpraxen beeinflussen. Zeichnet sich durch die Abwasseruntersuchungen ein Anstieg bestimmter Krankheitserreger ab, könnten medizinische Einrichtungen frühzeitig Vorbereitungen treffen und zum Beispiel bestimmte Medikamente beschaffen.
bearb. GT
Quelle und Foto: Pressestelle Kreis Mettmann
Foto v.l.: Nico Mühling (BRW), Dr. Ruzica Susenburger (Leiterin Kreisgesundheitsamt) und Prof Dr. Folker Meyer (Uni Duisburg-Essen)
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