Tankrabatt endet – Letzte Chance zum relativ günstigen Tanken?
29.06.2026Countdown an der Zapfsäule: Benzinpreise vor dem nächsten Sprung?
Seit Monaten stöhnen Autofahrerinnen und Autofahrer wegen der extrem angestiegenen Benzinpreise. Zum 1. Mai 2026 hatte die Bundesregierung deswegen einen „Tankrabatt“ eingeführt. Dies sollte eine Steuerreduzierung um ca. 14 bis 17 Cent pro Liter bewirken, so die Hoffnung. Teilweise hat das auch geklappt, wenn auch nicht immer und überall.
Wie auch immer: Dieser staatlich verordnete Tankrabatt ist ohnehin bald wieder Geschichte: am 30. Juni 2026 läuft die Maßnahme aus.
Was bedeutet das nun?
ADAC rät: Am letzten Tag noch einmal verhältnismäßig günstig volltanken
Ab Mittwoch dürften also die Anzeigetafeln an den Tankstellen wieder nach oben schnellen. Die Regelung, dass die Mineralölkonzerne die Preise nur einmal am Tag, nämlich mittags um 12 Uhr, erhöhen, wird dann wieder gelten. Sowohl diese Maßnahme als auch der Tankrabatt waren stets umstritten, da sie nur kurzfristige Effekte, aber keine nachhaltigen Lösungen bieten.
Das heißt nun: Es empfiehlt sich, den Tank am Dienstag, 30. Juni 2026, noch einmal zu füllen, sagt der ADAC.
Was hat der Tankrabatt gebracht?
Immerhin: Tanken ist seit Einführung des Rabatts günstiger geworden, meint das Bundeskartellamt: „Im Mai sind die Preise kräftig gefallen – im Schnitt um ca. 5 Cent. Die Dieselpreise sind in diesem Zeitraum sehr viel stärker – um ca. 17,7 Cent – gesunken. Damit liegt Diesel sogar wieder unter E10“, hieß es vor rund einem Monat. „Die Rohölpreise sind im Mai um rd. 11% bzw. 7 Cent / Liter gefallen. Die Großhandelspreise bewegten sich weitestgehend parallel zum Rohölpreis. Die Diesel-Großhandelspreise sanken dabei stärker.“
Durchschnittspreise im Mai laut Bundeskartellamt:
- Diesel: 1,98 Euro
- E5: 2,04 Euro
- E10: 1,99 Euro
„Gefallen sind aber auch die Rohölpreise, weil sich die Verfügbarkeit und Absatzerwartungen bei Diesel und Benzin umgedreht haben", ergänzte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, damals: „Diesel ist mittlerweile recht gut verfügbar, einerseits wegen der Hoffnung auf Entspannung in Hormus und weil laut Argus Importe aus dem Nahen Ost zum Teil durch Importe aus EU-Staaten ersetzt werden z.B. Schweden, Polen und Niederlande. Zudem erwarten Marktteilnehmer für den Sommer eher einen steigenden Benzin-Absatz (Start der Urlaubssaison).
Auch der ADAC hat die Entwicklungen beobachtet und festgestellt: Am 24. Juni beispielsweise kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 1,817 Euro, das waren 3,7 Cent weniger als in der Vorwoche. Der Preis für einen Liter Diesel ging um 6,6 Cent zurück und lag bei durchschnittlich 1,731 Euro – also in etwa auf dem Niveau kurz vor dem Beginn des Irankriegs (Diesel) bzw. kurz nach Kriegsbeginn (Super E10). Auch die Preisdifferenz zwischen Super E10 und Diesel habe sich vergrößert, so die Analyse.

Doch bereits am Sonntag, 28. Juni, zeichnete sich schon eine leichte Tendenz nach oben ab: E10 pro Liter kostete da im bundesweiten Durchschnitt schon 1,845 Euro und damit 0,2 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für Diesel betrug 1,765 Euro pro Liter (+0,2). Schon in den vergangenen Tagen war ein leichter Anstieg zu beobachten, und auch am Wochenende zogen die Spritpreise nochmals an.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. (en2x) behauptet, seine Tankstellengesellschaften hätten die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt. „Die Steuersenkung wurde durchweg und in voller Höhe an die Tankkundschaft weitergegeben. Andere Berechnungen können wir nicht nachvollziehen", sagt Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen. „Wenn die Energiesteuer auf Benzin und Diesel am 1. Juli wieder auf das reguläre Niveau angehoben wird, werden wir dementsprechend eine umgekehrte Reaktion sehen. Wie genau sich die Preise darüber hinaus verändern, hängt vor allem von den Beschaffungskosten für Benzin und Diesel am Weltmarkt ab und nicht, wie vielfach angenommen, ausschließlich vom Rohölpreis."
12-Uhr-Regel beachten
Nun also am 30. Juni „besteht die Gefahr, dass die Mineralölunternehmen die Preise an den Zapfsäulen schon wieder etwas erhöhen, um sich für die Folgetage einen gewissen Preispuffer zuzulegen“, heißt es weiter.
Kurz vor 12 Uhr mittags müssten die Kraftstoffpreise am niedrigsten sein. „Ab 12 Uhr steigen sie stark an und fallen danach langsam wieder ab“, sagt der ADAC. „Zwischen dem Höchststand und dem Tiefststand eines durchschnittlichen Tages lagen im vergangenen Monat immerhin durchschnittlich 14,6 Cent je Liter bei Super E10 und sogar 18,4 Cent je Liter bei Diesel.“
Grund für die Preisexplosion ist bekanntlich der kriegerische Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Weil die Wasserstraße von Hormus seit Februar für den internationalen Warenverkehr blockiert ist, wird auch das Öl teilweise knapp, bzw. die Konzerne nehmen diese Auseinandersetzung zum Anlass, an der Preisschraube zu drehen, so der allgemeine Vorwurf, den der Verband en2x zurückweist: Eine Kurzstudie von Frontier Economics habe festgestellt, dass der durch die Nahostkrise hervorgerufene globale Anstieg der Kraftstoffpreise ohne die staatlichen und regulierungsbedingten Preisanteile in Deutschland für Diesel geringer ausfiel als in den meisten untersuchten europäischen Ländern. Der Anstieg bei Benzin habe auf Höhe des internationalen Durchschnitts gelegen. „Das hohe Niveau der Kraftstoffpreise ist in Deutschland vor allem durch hohe Steuern, den CO2-Aufschlag und eine ambitionierte nationale Umsetzung der EU-Klimaschutzvorgabe RED III bedingt", so Hauptgeschäftsführer Prof. Küchen: „Die jüngsten Beschlüsse zur Einführung der 12-Uhr-Regel sowie zur Verschärfung des Wettbewerbsrechts wurden demnach auf Basis falscher Annahmen getroffen. Wir fordern die Rücknahme der Maßnahmen zur Verschärfung des Wettbewerbsrechts." Sonst drohe die Bereitschaft zu Investitionen in die Sicherung und klimafreundliche Weiterentwicklung heimischer Produktionsstandorte zu leiden.
Fest steht: die Auseinandersetzung im Iran ist noch lange nicht beendet. Zwar gibt es Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien und ein Abkommen. Doch nichts davon konnte bisher einen Frieden schaffen, der auch langfristig zu einer Normalisierung beitragen kann.
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten gibt es unter www.anzeiger24.de und Deutschland-News
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an [email protected]. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an
oder als Kommentar bei Facebook
unter DeinHilden, DeinLangenfeld, DeinMonheim, DeinHaan oder DerLeverkusener.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.

Dein Hilden