SWR-Recherche: Stuttgart 21 weiterhin Verschiebe-Bahnhof – wegen falsch verlegter Kabel

09.06.2026

Fehlerkette immer länger – Versäumnisse bei der Deutschen Bahn?

Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) gab es im Rahmen des Projekts "Stuttgart 21" eine verhängnisvolle Fehlerkette bei der Deutschen Bahn. Insider sprechen davon, dass mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Kabelschächte falsch verlegt wurden. Davon müsse der allergrößte Teil ausgetauscht werden, um den neuen Bahnknoten betriebsfähig zu machen. Auch deswegen verschiebe sich die Eröffnung von "Stuttgart 21" bis mindestens Dezember 2031. Die Bahn möchte dazu aktuell keine Stellung nehmen und verweist auf eine Pressekonferenz noch im Juni dieses Jahres.

Die Exklusiv-Reportage dazu wird am 11. Juni ab 21 Uhr im SWR-Fernsehen und bereits ab 5 Uhr in der Mediathek zu sehen sein. 

 

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Ausgangspunkt der Fehlerkette

Weil die Deutsche Bahn versäumt hat, den Güterverkehr in Sachen digitaler Technik (ETCS / European Train Control System) rechtzeitig zu integrieren, musste sie laut einem Bahn-Experten 45 Millionen Euro für eine doppelte Signalausstattung ausgeben. Dies wiederum habe die Bahn in Zugzwang gebracht. Sie habe Kabel verlegen lassen, ohne zu überprüfen, ob es die richtigen sind.

 

Eröffnung wohl frühestens in fünf Jahren

Da "Stuttgart 21" ohne die moderne Signaltechnik ETCS nicht betriebsfähig ist, ist eine Eröffnung nach Recherchen des SWR wohl erst im Dezember 2031 möglich - also in fünf Jahren. Die Kosten für "Stuttgart 21" belaufen sich offiziell auf 11,5 Milliarden Euro. Rechnet man die Folgeprojekte dazu, kommt man nach SWR-Recherchen auf rund 25 Milliarden Euro.

 

Historische Verschiebungen

Ende 2026 sollte der Tiefbahnhof eigentlich eröffnet werden. Doch auch dieser Termin wurde von Bahnchefin Palla im vergangenen Jahr kassiert. Nichts Neues, denn seit Beginn des Projekts wurden Eröffnungstermine immer wieder verschoben: Mal hieß es 2019, dann 2021, zuletzt Dezember 2026. Nicht nur für Stuttgart 21-Kritiker wie Boris Palmer ein Trauerspiel.

 

Verspätungen, Signalstörungen und veraltete Infrastruktur

Wer kennt sie nicht, die langen Laufwege rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof und die ständigen Zugausfälle im Zentrum von Baden-Württemberg? Weil die Bahn die Eröffnung von "Stuttgart 21" immer weiter vor sich herschiebt, leiden die Menschen im Südwesten seit Jahren massiv unter den Einschränkungen durch die Mega-Baustelle. Befürworter preisen zwar die großartige Architektur des neuen Bahnhofs, doch die Kritik am mangelhaften Preis-Leistungs-Verhältnis hält an. Bei der Digitalisierung von "Stuttgart 21" gebe es massive Probleme, meint Bahnexperte Hans Leister. Ursprünglich sollten keine klassischen Signale mehr verbaut werden. Jetzt gibt es eine Doppelausrüstung, was das Vorhaben, den Bahnknoten zu digitalisieren, komplizierter macht.

 

Was sagt die Bahn?

Bahnvorstand Philipp Nagl verweist in der der Doku gegenüber dem SWR auf eine Revision, in der alles genau angeschaut wird und die Bahn "einen ordentlichen gesamthaften Überblick" geben wird, "wie es weitergeht". Schriftlich erklärt die DB: "Die Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH ist damit beauftragt, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept für 'S 21' zu erarbeiten und mit allen Projektpartnern verbindlich abzustimmen".

 

Quelle: ARD/SWR

Foto: anzeiger24.de

 

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