Bundeskabinett: Personalkarussell bei der Union dreht sich
24.07.2026Nachfolger für Jens Spahn steht fest – dabei setzt sich eine Spirale des Stühlerückens in Gang
Im Bundeskabinett und Kanzleramt dreht sich das Personalkarussell. Nachdem der bisherige CDU-Fraktionschef Jens Spahn wegen seiner Leihmutter-Affäre zum Rücktritt gezwungen wurde, musste erst einmal sein Posten neu besetzt werden. Das setzte eine Spirale des Stühlerückens in Gang.
Nachdem die ersten Infos unbestätigt in den Medien durchgesickert sind, stellte Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitagmittag, 24. Juli 2026, seinen Mannschaftswechsel offiziell vor.
Thorsten Frei
Und wie bereits zu erwarten war, soll Thorsten Frei die Nachfolge von Jens Spahn antreten. Er war bisher als Chef des Bundeskanzleramtes tätig. Viele Menschen kennen ihn als Vertreter der CDU bei diversen politischen TV-Talkrunden.
Am Mittwoch, 29. Juli 2026, soll er in der Sondersitzung zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt werden.
Nina Warken
Seinen Job soll nun Nina Warken übernehmen – eigentlich Bundesgesundheitsministerin, die gerade erst mit der Arbeit der Gesundheitsreform begonnen hatte. „Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes wird nun eine Frau als Chefin in das Bundeskanzleramt einziehen“, so Merz.
Carsten Linnemann
Ihre Stelle wiederum nimmt nun der CDU-Bundestagsabgeordnete und -Generalsekretär Carsten Linnemann ein. Was qualifiziert ihn zu dieser Aufgabe? Kanzler Merz erklärte dazu, dass der Gesundheitssektor nicht nur als reiner Kostenfaktor betrachtet werden solle, da er für den am schnellsten wachsenden Sektor unserer Volkswirtschaft stehe. Carsten Lindemann habe bereits in den Koalitionsverhandlungen den Gesundheitsbereich mitverhandelt. „Er weiß also, wovon er spricht“, so Merz.
Linnemann selber erklärte: „Mir ist bewusst, dass das eine große Aufgabe ist. Deshalb gehe ich diese Aufgabe mit Demut an, aber auch mit großem Respekt, weil die Themen von Gesundheit uns doch alle betreffen, in den Familien, überall. Sie berühren, sie gehen nahe, und deshalb ist dieses Thema so wichtig. Ich freue mich auf die Aufgabe.“
Phillipp Amthor
Außerdem wird Philipp Amthor zum neuen Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt ernannt. Das bedeutet: er muss künftig – zusammen mit Nina Warken – die politische Zusammenarbeit und den Informationsfluss zwischen der Bundesregierung und den 16 Landesregierungen koordinieren, unter anderem bei der föderalen Digitalisierungs- und Modernisierungsagenda.
Bisher hat Philipp Amthor als parlamentarischer Staatssekretär dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung angehört. „Es gab zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland in der Bundesregierung ein eigenes Bundesministerium für die Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder“, ergänzt Amthor selber. „Vor über 50 Jahren hat man sich entschieden, dass das effizienterweise besser in der Regierungszentrale, im Bundeskanzleramt aufgehoben ist. Seitdem hat sich dieses Amt weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit den Ländern und die Zusammenarbeit mit dem Parlament wird dabei einen Schwerpunkt bilden.“
Spekulation über Verkehrsminister nicht bestätigt
In den Medien wurde noch über eine weitere Personalie spekuliert: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) soll ausgetauscht werden. Dazu äußerte sich Kanzler Merz explizit nicht, nur soviel: „Es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben. Darüber werde ich Sie zu gegebener Zeit informieren. Aber diese Entscheidungen brauchen nicht zuletzt angesichts der Sommerpause noch ein paar Tage und vielleicht auch länger Zeit. Das entscheide ich aber ohne Zeitdruck und mit der gebotenen Sorgfalt sowie den Gesprächen, die dazu notwendig sind.“
Bericht: KA
Quelle: tagesschau / Bundesregierung
Hintergrundfoto: anzeiger24.de / Portraitfotos: T Koch
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