A59-Sanierung, Teil 2: So könnte eine Vollsperrung vermieden und eine Fahrspur geöffnet werden

21.05.2026

Zeitgleiche Bauarbeiten auf Bahnstrecke – Es droht noch mehr Chaos – Düsseldorfer Bezirksvertretung widerspricht Autobahn GmbH

Der erste Teil der A59-Sanierung zwischen Düsseldorf und Monheim bewegt sich allmählich auf die Zielgerade. Im Juli 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagt die Autobahn GmbH. Doch bekanntlich soll dann ja ab Herbst die Gegenfahrbahn überarbeitet werden. Und das ebenfalls unter Vollsperrung für ca. acht Monate, weil es wohl anders nicht geht – sagt zumindest die Autobahn GmbH. Hinzu kommt: von September bis Dezember wird parallel die S6-Bahnstrecke wegen Bauarbeiten gesperrt. Dadurch könnte sich das Verkehrschaos potenzieren.

Das wollen viele geplagte Verkehrsteilnehmer aber nicht mehr hinnehmen – und auch nicht die Düsseldorfer Lokalpolitik. In der Bezirksvertretung Garath/Hellerhof will nun ein Bündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP gegensteuern und Forderungen an die Autobahn GmbH durchsetzen. Ein entsprechender Antrag wird am 26. Mai 2026 behandelt.

Demnach solle die Düsseldorfer Stadtverwaltung noch einmal mit Autobahn GmbH weitere Überlegungen anstellen und Lösungen suchen.

 

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So könnten Rettungswege, Abfahrten und Straßenreinigungen trotzdem möglich werden

Die Antragsteller gehen dabei auf die Argumentation der Autobahn GmbH ein.

So wird beispielsweise behauptet, die Freigabe einer Fahrspur auf dem frisch sanierten Abschnitt für den Gegenverkehr sei aus Sicherheitsgründen (Rettungsgasse, Rückstau etc. bei Unfällen) nicht möglich.

Diese Bedenken teilt die Feuerwehr Düsseldorf laut Antrag allerdings nicht – und das greifen die Lokalpolitiker auf. Denn laut Autobahn GmbH betrage die Breite der sanierten Fahrbahn über zehn Meter: „Das spräche dafür, dass für die Einrichtung zweier gegenläufiger Pkw-Fahrspuren und einer Standspur in der Mitte für Rettungsfahrzeuge genug Platz wäre.“

 

Nächste Behauptung: Auf dem zwölf Kilometer langen Abschnitt seien bei jeweils einer einspurigen Verkehrsführung die Ab- und Auffahrten in Richtung Düsseldorf nicht möglich.

Daher schlagen die Politiker vor, die Sanierung in nördlicher Fahrtrichtung in zwei Abschnitte aufzuteilen: vom Dreieck Monheim bis Garath und von Garath bis Dreieck Düsseldorf-Süd. „Dadurch würden die zu sanierenden Streckenabschnitte von zwölf auf jeweils ca. sechs Kilometer halbiert und könnten nacheinander bearbeitet werden“, heißt es in dem Antrag. Dann sei auch eine Abfahrt in Garath möglich: „Im ersten Abschnitt könnten lediglich die Abfahrt Richrath und im zweiten die Abfahrt Benrath nicht genutzt werden. Das erscheint weniger einschneidend und hinnehmbar. Im Übrigen betreffen die wegfallenden Ab- und Auffahrten ohnehin nur den örtlichen Verkehr.“

 

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Auch behauptet die Autobahn GmbH, „Bauwerke seien nicht für die dauerhafte Belastung eines Zweirichtungsverkehrs ausgelegt“. Das wirft Fragen bei den Antragstellern auf: „Unklar ist, welche Bauwerke konkret gemeint sind (Brücken?) und warum sie dem bisherigen Zweirichtungsverkehr vor der Sanierung standgehalten haben, nunmehr aber nicht mehr. Ungeachtet dessen erscheint es aber möglich, für die Dauer der Sanierung Lastwagen die Nutzung der A 59 in nördlicher Richtung zu untersagen und eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit vorzusehen, um so die Belastung der Bauwerke zu reduzieren.“

 

Das Argument, Straßenreinigungs-, Schneeräumungs- und Grünschnittarbeiten sowie Reparaturen an der Fahrbahn könnten nur unter Vollsperrung durchgeführt werden, lassen die Lokalpolitiker so nicht gelten: „Straßenreinigungs-Arbeiten auf der frisch sanierten Fahrbahn erscheinen allenfalls bei Verkehrsunfällen notwendig. Dass es in diesen Fällen zu einer temporären Vollsperrung kommt, dürfte im Rahmen des auch bei zweispurigem Verkehr möglichen Risikos liegen.“

Grünschnitte auf der sanierten Fahrbahn in Richtung Süden würden nur auf der Außenseite anfallen und könnten auf dem Standstreifen oder bei „kurzfristige Vollsperrungen“ durchgeführt werden. „Fahrbahnreparaturen auf der frisch sanierten Fahrbahn erscheinen sehr unwahrscheinlich. Schneeräumung großer Schneemengen könnte (...) durch Lagerung über die Mittelleitplanke hinweg im Baustellenbereich stattfinden“, heißt es weiter.

 

Mit diesen Gegenargumenten ausgestattet soll also nun die Düsseldorfer Stadtverwaltung erneut Gespräche mit der Autobahn GmbH führen: „Da die Sperrung der wichtigen Bahnstrecke seit Jahren vorbereitet wird und überregional bzw. sogar international abgestimmt werden muss, steht die Autobahn GmbH in der Pflicht, nach Vermeidungsmöglichkeiten zu suchen.“

 

Bericht: KA
Archivfoto: anzeiger24.de

 

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