Ärzteverband fordert: Alkoholverkauf nur noch in Spezial-Shops

11.05.2026

Zum Schutz der Jugend: Hochprozentiges soll nicht mehr so leicht zu haben sein

Viele Menschen sind das gewohnt: Alkoholische Getränke sind ganz einfach beim Kiosk, an der Tankstelle oder im Supermarkt erhältlich. Doch eben weil dies so einfach ist, meldet der Ärzteverband Marburger Bund nun deutliche Bedenken ab.

Auf seiner 147. Hauptversammlung in Hannover am vergangenen Wochenende sprach sich der Vorstand für strengere Regeln beim Zugang zu Alkohol – insbesondere mit Blick auf Kinder und Jugendliche – aus.

Hochprozentige alkoholische Getränke sollten ausschließlich in lizenzierten Fachgeschäften angeboten werden.

 

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Auch „begleitetes Trinken“ soll auf den Prüfstand

Der Verband begründet seinen Vorstoß mit den erheblichen gesundheitlichen Risiken durch Alkoholkonsum. Alkohol zähle weiterhin zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders problematisch sei der frühe Kontakt junger Menschen mit alkoholischen Getränken. Wissenschaftliche Studien belegten seit Jahren, dass früh etablierte Konsummuster das Risiko für spätere Abhängigkeitserkrankungen deutlich erhöhen und zudem gesundheitliche wie soziale Folgeschäden begünstigen, so die Argumentation.

 

Neben strengeren Verkaufsregeln unterstützt der Marburger Bund auch die Pläne des Bundesfamilienministeriums, das sogenannte „begleitete Trinken“ abzuschaffen. Bislang dürfen Jugendliche ab 14 Jahren Bier, Wein und Sekt konsumieren, sofern sie von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden. Diese Ausnahmeregelung gilt aus Sicht des Ärzteverbandes nicht mehr als zeitgemäß und sende widersprüchliche Signale in der Präventionsarbeit.

 

Internationale Erfahrungen würden zeigen, dass höhere Altersgrenzen und strengere Verkaufsbeschränkungen den Alkoholkonsum insgesamt reduzieren können. Besonders Jugendliche profitierten nachweislich von restriktiveren Regelungen, betonten die Delegierten in Hannover.

 

Darüber hinaus fordert der Marburger Bund eine langfristige bundesweite Präventionsstrategie. Dazu zählen verstärkte Aufklärungskampagnen, ein Ausbau der Suchtprävention an Schulen, niedrigschwellige Beratungsangebote für Betroffene und Angehörige sowie eine intensivere Förderung wissenschaftlicher Forschung im Bereich Alkoholprävention und Suchterkrankungen.

 

Kiosk-Betreiber wollen sich wehren

Kritik an den Forderungen ließ nicht lange auf sich warten. Vor allem Betreiber von Kiosken und kleineren Verkaufsstellen äußern Sorgen über mögliche wirtschaftliche Folgen. Viele sehen im Verkauf alkoholischer Getränke einen wichtigen Umsatzfaktor und befürchten erhebliche Einnahmeverluste, sollte ein entsprechendes Verbot umgesetzt werden.
Ob und in welchem Umfang die Politik die Forderungen des Marburger Bundes aufgreift, ist derzeit offen.

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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