Von PETO gewählt, politisch verortet – veränderte Mehrheiten im Rat bilden den Hintergrund des vorzeitigen Ausscheidens

02.05.2026

Erste Beigeordnete verlässt die Stadt – Rat startet Suche nach Nachfolge

Im Monheimer Rathaus kommt es zu einem personellen Einschnitt an zentraler Stelle der Verwaltung. Die Erste Beigeordnete, Dr. Lisa Pientak, ist zum 12. April 2026 vorzeitig aus ihrem Amt ausgeschieden.

Dem Ausscheiden gingen offenkundig Spannungen im politischen und administrativen Gefüge der Stadt voraus. Diese werden insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Mehrheitsverhältnisse im Rat gesehen. Die lokale Wählergemeinschaft PETO, der Pientak politisch zugeordnet wird, prägt die Stadtpolitik inzwischen nicht mehr in der bisherigen Form.

In diesem Zusammenhang rückt die enge politische Verortung stärker in den Fokus. Beigeordnete sind zwar Wahlbeamtinnen und -beamte und damit Teil der Verwaltung, werden jedoch durch politische Mehrheiten gewählt. Gerade in Monheim, wo PETO über Jahre hinweg dominierenden Einfluss hatte, galt die Verbindung zwischen politischer Linie und Verwaltungsspitze als besonders eng.

Mit dem Wandel der politischen Kräfteverhältnisse stellt sich daher umso deutlicher die Frage nach der Unabhängigkeit solcher Spitzenämter. Beobachter werten das vorzeitige Ausscheiden auch als Hinweis darauf, wie stark politische Konstellationen die Arbeit in der Verwaltungsspitze beeinflussen können.

 

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Schlüsselposition mit hoher Verantwortung

Bei der Position der Ersten Beigeordneten handelt es sich um eine zentrale Führungsfunktion innerhalb der Stadtverwaltung. Als Mitglied des Verwaltungsvorstands verantwortet Pientak bedeutende Fachbereiche, darunter Ordnung und Soziales, Schulen und Sport sowie Kinder, Jugend und Familie.

Damit ist die Stelle nicht nur politisch sensibel, sondern auch fachlich anspruchsvoll: Mehrere hundert Mitarbeitende fallen in den Zuständigkeitsbereich, ebenso wie zentrale Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Qualifikation und Führungskompetenz. In der Regel werden ein abgeschlossenes juristisches Studium mit Befähigung zum Richteramt sowie umfangreiche Verwaltungserfahrung vorausgesetzt. Die Wahl erfolgt für eine Amtszeit von acht Jahren.

Rat leitet Nachbesetzung ein

Vor dem Hintergrund des Ausscheidens hat der Rat der Stadt in dieser Woche beschlossen, die Stelle neu auszuschreiben und ein Auswahlverfahren einzuleiten. Ziel ist es, zeitnah eine geeignete Persönlichkeit für die Leitung des Dezernats zu finden.

Die Neubesetzung gilt als richtungsweisend für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung. Sie wird zeigen, welche Akzente die neue Ratsmehrheit in der Führung der Stadtverwaltung setzen will.


Quelle: Stadt Monheim
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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