Erst Schweigen im Rat, dann Forderungen im Netz

16.10.2026

Neue Forderungen von PETO statt Antworten auf alte Fragen

14. Oktober 2026, es ist 17:50 Uhr: ein denkwürdiger Moment im Monheimer Stadtrat. Bürgermeisterin Sonja Wienecke hat mit der Haushaltspolitik ihres Vorgängers abgerechnet, Kämmerin Nina Richter die dramatischen Finanzperspektiven vorgestellt. Dann fragt Wienecke nach Redebedarf.

 

Kein Arm geht nach oben. Zimmermann schweigt. Risse schweigt. PETO schweigt.

Dabei wiegen die Vorwürfe schwer.

 

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Bereits eingegangene Verpflichtungen seien im ursprünglichen Haushaltsentwurf nicht vollständig berücksichtigt gewesen. Bei der Mack-Pyramide hätten rund 5 Millionen Euro für Gebäudetechnik in der Kalkulation gefehlt. Wieneckes Vorwurf eines Schattenhaushalts verlangt Aufklärung: Wer wusste wann von welchen Kosten? Und weshalb wurden trotz erkennbarer finanzieller Schwierigkeiten weitere Verpflichtungen eingegangen?

 

Wer jahrelang die Richtung bestimmt hat, muss sich diesen Fragen stellen. Schweigen ist kein Schuldeingeständnis. Eine überzeugende Antwort ist es allerdings auch nicht.

 

Die Folgen drohen nun die Bürger zu treffen: 138,6 Millionen Euro geplantes Defizit für 2027, nach der Prognose rund 1,8 Milliarden Euro Kreditverbindlichkeiten bis 2030 und dann etwa 55 Millionen Euro jährliche Zinsaufwendungen. Gleichzeitig stehen Elternbeiträge und Leistungskürzungen im Raum.

 

Knapp 48 Stunden später kommt die Reaktion – in sozialen Medien. PETO-Fraktionschef Lucas Risse fordert höhere Einnahmen: das Bayer-Fußballzentrum genehmigen, eine amerikanische Unternehmensansiedlung im Rheinpark sichern und die Abschaffung der Grundsteuer C rückgängig machen. Bevor Eltern wieder bezahlen müssten, solle die Stadt ihre wirtschaftspolitischen Hausaufgaben erledigen.

Das ist eine berechtigte Forderung. Auch die neue Mehrheit braucht ein nachvollziehbares Konzept für Einnahmen und wirtschaftliche Entwicklung. Doch mögliche Ansiedlungen sind noch keine gesicherten Steuerzahlungen. Und die von Risse genannten jährlich 500.000 Euro aus der Grundsteuer C schließen die gewaltige Haushaltslücke nicht.

 

Vor allem beantwortet sein Beitrag die Vorwürfe gegen die frühere Haushaltsführung nicht. Wer Wienecke vorhält, die Ursachen in der Vergangenheit zu suchen, übersieht: Alte Verträge, Kredite und Folgekosten belasten die Stadt heute und morgen.

Auch Wienecke muss sich daran messen lassen, ob sie gerecht spart und die großen Kostenblöcke konsequent überprüft. Der Verweis auf ihren Vorgänger allein wird dafür nicht reichen.

 

PETO darf ein Konzept für die Zukunft verlangen. Die Bürger dürfen eine Erklärung für die Vergangenheit erwarten. Risse hat das Schweigen beendet. Die entscheidenden Antworten stehen weiter aus.

 

Bericht: LT

Archivfotos: anzeiger24.de / PETO

 

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