Wolfsangriff in Hamburg Altona: Frau durch Biss verletzt

31.03.2026

Tier soll in Einkaufszone Angst bekommen haben

Ein ungewöhnlicher und erschreckender Vorfall in einer der größten urbanen Metropolen von Deutschland beschäftigt gerade die Menschen in Hamburg: Am Montagabend, 30. März 2026, wurde in Altona, in der Nähe der Einkaufsmeile Große Bergstraße, eine Frau von einem Wolf angegriffen.

Laut Polizei hatte die Frau offenbar versucht, das verwirrte Tier aus der Einkaufszone zu führen, bis es plötzlich zubiss, berichtet der NDR. Sie wurde von Sanitätern versorgt, die Wunde wurden in einem Krankenhaus genäht, anschließend konnte das Opfer das Krankenhaus wieder verlassen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um den ersten bekannten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung 1998.

 

Immer wieder gegen Scheibe gerannt

Musicaldarsteller Lionel von Lawrence-Oehlen, der mit seiner Tochter auf Shoppingtour unterwegs war, wurde zum Zeugen des Angriffs: „Ich sah eine Frau, die gefallen ist. Dann hab ich Blut gesehen und gedacht: 'Das ist ja ein großer Hund. Warte, der hat kein Halsband: Das ist ein Wolf'. Das arme Tier hatte richtig Angst, lief dann wieder gegen die Scheibe und hat es irgendwann dann rausgeschafft“, zitiert der NDR.

 

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Nach der Attacke wurde der Wolf in St. Pauli gesichtet, unter anderem an der Feldstraße und bei den Messehallen. Die Polizei konnte ihn schließlich in der Binnenalster schwimmend ausmachen und mit einer Schlinge aus dem Wasser ziehen. In der Baustelle des ehemaligen Lokals „Alex“ leistete das Tier zunächst noch Widerstand. Weitere Einsatzkräfte hielten den Wolf mit Schilden über eine Stunde in Schach, bevor er gesichert werden konnte.

 

Was passiert nun mit dem Wolf?

Der Wolf wurde von dem Abteilungsleiter für Stadtjäger des Bezirksamts Altona gemeinsam mit einem Tierarzt übernommen und mit einem Wildtiertransporter in den Wildpark Klövensteen überführt. Laut NDR-Angaben geht es dem Tier gut, es sei aufgeregt und müsse zunächst zur Ruhe kommen. Dann solle das Tier wieder in die freie Natur entlassen werden.

 

Was sagen Experten zu dem Vorfall?

Wolfgang Kwasnitza, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf beim NABU NRW, erklärte im WDR-Interview, dass der Angriff auf die Frau kein typisches Verhalten darstelle: „Erstmal wünschen wir natürlich der Frau alles Gute. Es ist nach meinem Wissen der allererste Vorfall dieser Art in Deutschland, und ich würde es nach wie vor nicht als normales Verhalten einordnen.“

Wahrscheinlich habe das Tier „unter enormem Stress“ gestanden haben und fühlte sich wahrscheinlich in die Enge getrieben. „Das sind jetzt alles Spekulationen, man muss abwarten, was die Untersuchung ergibt“, so Kwasnitza.

 

Auch in NRW wurden immer wieder Wölfe gesichtet, auch im Bereich von Wohngebieten.

„Das ist jetzt die Zeit, in der die jungen Wölfe des vorletzten Wurfes geschlechtsreif und aus dem Rudel verdrängt werden“, sagt der Fachmann. „Die gehen jetzt auf Wanderschaft und müssen sich ihr eigenes Revier oder auch noch Partner suchen und dabei legen sie große Strecken zurück. Dazu nutzen sie auch gerne unsere Straßen und Wege, weil es für die Wölfe auch energiesparender ist. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sie natürlich auch in bebautes Gebiet verirren. Das ist erst mal nichts Ungewöhnliches, es ist ein normales Verhalten.“

 

Und was soll man nun tun, wenn man einem Wolf gegenüber steht? Antwort: „Wenn Sie einem Wolf begegnen, auf jeden Fall die Ruhe bewahren und dem Wolf die Möglichkeit geben, sich selbst zurückzuziehen. Sie können auf sich aufmerksam machen, indem Sie Krach machen, schreien oder in die Hände klatschen, auf jeden Fall keine hektischen Bewegungen. Wenn Sie einen Hund dabei haben, den unbedingt an der Leine dicht beim Menschen führen, damit der Wolf auch das als mit dem Menschen in Verbindung bringt und den Hund nicht als potentiellen Partner oder sonstiges betrachten kann.“

 

Quelle: NDR / WDR

Foto: hoernchen76/Pixabay / KI generiert mit Adobe Firefly

 

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