Haans Partnerstädte aus aller Welt
Ein Vorwort zur Haaner Städtepartnerschaft
Viele deutsche Städte, egal ob groß oder klein, befinden sich in einer Städtepartnerschaft. Aber was ist eigentlich Sinn und Zweck dieser Partnerschaften? Das Konzept kam erstmals nach dem zweiten Weltkrieg auf. Die Idee damals: Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammen zu führen um zum einen Einblicke in fremde Länder und Kulturen zu zu sammeln, zum anderen jedoch auch das damals geschwächte Europa wieder enger zusammenzuführen. Solche Partnerschaften beruhen auf einem Vertrag bzw. einer „Partnerschaftsurkunde“ welche förmlich, zeitlich und sachlich unbegrenzt weitergeführt wird. Städtepartnerschaften sind zudem ein wichtiger Bestandteil unserer kommunalen Außenpolitik und gelten „als größte Friedensbewegung der Welt“.
Die genaue Anzahl der Städtepartnerschaften in Deutschland ist nicht vermerkt, der RGRE (Rat der Gemeinden und Regionen) spricht jedoch von etwa 5.238 Partnerschaften (Stand 2011).
Im Rahmen dieser Partnerschaften finden verschiedenste Aktivitäten statt. Angefangen beim Schüler-, Azubi- oder Studentenaustausch über internationale Jugendcamps und solchen für Menschen mit Behinderungen, bis hin zum Verwaltungsaustausch wo sich gegenseitig beraten wird. Die Themenvielfalt bei Letzterem ist sehr groß. So reichen die hier geführten Gespräche von allgemeinen Städteproblemen wie Migration bis hin zur Umweltpolitik oder Nachhaltigkeit.
Welche Städte eine Partnerschaft mit Haan eingegangen sind, sehen wir heute auf großen Schildern an allen Ortseingängen der Stadt. Eu in Nordfrankreich, Berwick-upon-Tweed in England, Guttentag im heutigen Polen und sogar die Goethestadt Bad Lauchstädt im Osten.
Aber was wissen wir eigentlich über diese Städte? Im folgenden finden Sie einen keinen Einblick in die jeweiligen Partnerstädte Haans und wer weiß, vielleicht finden Sie hier ja Ihr nächstes Urlaubsziel?
Eu (Frankreich)
Der Name „Eu“ ist zurückzuführen auf das frühe Mittelalter. Der Ursprung liegt wahrscheinlich im germanischen Wort „Awa“ für Wasser und bezieht sich auf den Fluss Bresle, welcher zu dieser Zeit ebenfalls als Ou oder Eu bezeichnet wurde.
Im 11 Jahrhundert lies König Ludwig XI. Das Schloss Eu, in dem bereits viele Angesehene Adelsvertreter heirateten - und welches auch heute noch als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Eu‘s zählt - brandschatzen, um ihre Übernahme an die Engländer zu verhindern.
Eu ist die nördlichste Stadt der Französischen Normandie und liegt direkt am Meer. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Normandie durch die deutschen Soldaten besetzt. Durch die hervorragende Küstenlage konnten von hier diverse Großinvasionen geplant werden.
Berwick-upon-Tweed (England)
(Zu Deutsch: Berwick an der Tweed) befindet sich auf einer Halbinsel und ist zugleich die nördlichste Stadt Englands an der Grenze zu Schottland. In diversen Grenzkriegen im 11 Jahrhundert zwischen England und Schottland diente Berwick als Schlüsselposition strategischer Angriffe. Diese Grenzlage prägt die Englische Stadt bis heute.
Der Name der Stadt ist zurückzuführen auf den angelsächsischen Begriffe „Bere-Wic“ (zu Deutsch: Gersten farmen).
Bad Lauchstädt (Deutschland)
Die Goethestadt Bad Lauchstädt ist eine deutsche Stadt in Sachsen-Anhalt bei Halle (Saale). Der damaligen Siedlung wurde seitens der Bischöfe von Merseburg das Stadtrecht im Jahre 1430 verliehen. Seither hat die Stadt viele guten und schlechten Tage erlebt. Um etwa 1700 herum wurde Lauchstädt Opfer zweier großen Bränden, die eine Vielzahl der dortigen Häuser einäscherte. Etwa zu dieser Zeit, wurde durch Zufall eine Mineralquelle entdeckt, deren Wirkung heilsame Kräfte zeigt, wie due Universität zu Halle bestätigte. Durch diesen Fund ist noch bis heute das Lauchstädter Heilbrunnen-Wasser erhältlich.
Die damalige Herzogin Erdmuth Dorothea lies die Quelle in ein Bad einfassen und die ersten Kuranlagen aufbauen.
Im 18 Jahrhundert wurde Lauchstädt zum bevorzugten Badeort des Dresdner Hofes und Adels, was dem „Modebad“ einen bedeutenden Aufschwung verlieh.
1802 lebte der berühmte Dichter Johann Wolfgang von Goethe über einen Monat in Lauchstädt, wo er zugleich das Theater mit dem Vorspiel „Was wir bringen“ sowie einer Aufführung von Mozarts Oper Titus einweihte. Auch in den folgenden Jahren waren Goethe und eine Frau gern gesehene Gäste in Lauchstädt. Über die Jahre nahm Bad Lauchstädt an Bekanntheit zu und wuchs immer weiter. Im Oktober 2008 dann schließlich erhielt Bad Lauchstädt den amtlichen Zusatz „Goethestadt“.
Seit 2013 ist Bad Lauchstädt auch Partnerstadt von Eu in Frankreich, einer weiteren Partnerstadt von Haan.
Guttentag (Polen)
Guttentag im heutigen Polen ist eine besonders geschichtsträchtige Stadt nahe der deutschen Grenze. Die Anfänge der Gemeinde, damals unter dem Namen „Dobrosin“ sind auf das Jahr 1163 zurückzuführen. Circa 200 Jahre später wurde Guttentag nach Magdeburger Recht das Stadtrecht verliehen. Zu dieser Zeit entstand auch das Wappen, welches im wesentlichen noch heute genutzt wird.
Nach dem Schlesischen Kriegen, etwa um 1750 rum, wurde Guttenberg an Preußen übergeben und dem Regierungsbezirk Oppeln zugeordnet und wurde zum Garnisonsort der Preußischen Armee. Im Laufe der fogenden Jahre wurde guttentag immer größer und moderner. Ein Anschluss an das nationale und internationale Schienennetz erfolgte im Jahr 1913.
1921 wurde per Volksentscheid mit 79,5% Stimmen über den Verbleib Guttentags in Deutschland entschieden.
1939 war Guttentag Aufmarschgebiet der deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg. Nach der Niederlage der deutschen Armee beanspruchten die Russischen Alliierten nach mehrstündigem Beschuss der Kleinstadt für sich und stellte sie unter polnische Verwaltung. Innerhalb eines Jahres stieg die Einwohnerzahl um das doppelte und Schulen wurden wieder in Betrieb genommen. Im Zusammenhang mit dem Friedensregelungen 1991 endete die polnische Verwaltung und Guttentag wurde wieder ein fester Bestandteil Polens.
In den ländlichen Teilen Guttentags leben noch heute rund 25% Deutsche. Im Sommer 2008 wurde daher zusätzlich der amtliche deutsche Ortsname sowie Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt.