CO₂-Pipeline durch Haan? WLH lädt zum Infoabend über geplante Trasse ein
06.10.2026Bis zum 26. Oktober 2026 können Bürgerinnen und Bürger Stellung zur geplanten CO₂-Transportleitung im Rahmen des „Delta Rhine Corridor“ abgeben. Ein hybrider Infoabend der WLH am 20. Oktober 2026 soll über das Projekt, mögliche Auswirkungen und Beteiligungsmöglichkeiten informieren.
Hintergrund: Eine geplante CO₂-Pipeline könnte künftig auch das Haaner Stadtgebiet betreffen. Die Leitung ist Teil des sogenannten „Delta Rhine Corridor“ (DRC) und soll CO₂ aus industriellen Produktionsprozessen abtransportieren. Das Gas soll anschließend gespeichert oder einer weiteren Nutzung zugeführt werden. Nach Angaben der Projektplanung soll damit der Ausstoß von CO₂ in die Atmosphäre reduziert und ein Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden. Nach dem derzeit von der Projektgesellschaft vorgesehenen Zeitplan könnte der Bau der Leitung 2031 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2033 vorgesehen.
Die entsprechenden Planungen befinden sich derzeit in der Raumverträglichkeitsprüfung. Noch bis zum 26. Oktober 2026 besteht für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, eine Stellungnahme bei der Bezirksregierung Düsseldorf einzureichen. Umfangreiche Verfahrensunterlagen der Open Grid Europe GmbH sind über die Beteiligungsplattform des Landes Nordrhein-Westfalen einsehbar.
Welche Auswirkungen könnte die Pipeline auf Haan haben?
Nach Angaben der WLH-Fraktion wurde im Zusammenhang mit der Sitzung des Haaner Stadtrats am 7. Juli 2026 bekannt, dass auch Flächen im Haaner Stadtgebiet von der geplanten Trasse betroffen sein könnten. Die Fraktion kritisiert, dass es bislang keine eigene Informationsveranstaltung für die Bevölkerung gegeben habe, und möchte deshalb mit einem Infoabend über das Vorhaben informieren.
Der hybride WLH-Infoabend „CO₂-Pipeline – Was kann da auf uns zukommen? Wieso, weshalb, warum …“ findet daher am Dienstag, 20. Oktober 2026, um 18 Uhr in der WLH-Geschäftsstelle, Berliner Straße 6 in Haan, sowie digital statt.
Als Referentin konnte die Wissenschaftlerin Luna Lütz gewonnen werden. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Geschäftsfeld „Klimaneutrale Energie“ und promoviert an der TU Berlin zum Hochlauf der CO₂-Infrastruktur in Europa. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem die Transformation der Industrie zur Klimaneutralität und der Aufbau von CO₂-Transportinfrastrukturen.
Lütz arbeitet zudem im Carbon Management Forum des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in der Arbeitsgruppe „Transport“ mit und hat sich unter anderem wissenschaftlich mit CO₂-Pipelinenetzen in Deutschland beschäftigt.
Nach einem Impulsvortrag soll sie die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworten. Auch Vertreterinnen und Vertreter der AGNU Haan, des BUND im Kreis Mettmann und der Initiative BMU Erkrath haben ihre Teilnahme angekündigt.
Anmeldung erforderlich
Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, wird um Anmeldung per E-Mail an [email protected] gebeten. Für eine Teilnahme vor Ort soll als Betreff „vor Ort am 20.10.“, für eine digitale Teilnahme „digital am 20.10.“ angegeben werden. Bei der digitalen Teilnahme soll zudem die E-Mail-Adresse genannt werden, an die der Microsoft-Teams-Link geschickt werden kann.
Die Veranstaltung findet wenige Tage vor Ablauf der Beteiligungsfrist statt. Interessierte haben damit die Möglichkeit, sich über das Projekt und das laufende Verfahren zu informieren und anschließend bis zum 26. Oktober 2026 eine eigene Stellungnahme bei der Bezirksregierung Düsseldorf einzureichen.
Quelle: WLH Haan, Symbolbild: anzeiger24.de, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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