CDU stellt Zukunft der Flüchtlingsunterkunft an der Düsselberger Straße infrage

26.10.2026

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Haan stellt die Zukunft der Flüchtlingsunterkunft an der Düsselberger Straße infrage. In einer Anfrage für die Ratssitzung am 3. November 2026 will sie von der Verwaltung unter anderem wissen, ob sich weitere Investitionen in das Gebäude wirtschaftlich lohnen oder ein Neubau an einem anderen Standort sinnvoller wäre.

 

Zur Begründung verweist die CDU auf rückläufige Belegungszahlen in den städtischen Unterkünften. Während im August 2025 noch 509 Menschen dort untergebracht gewesen seien, seien es aktuell 366. Zugleich halte ein Ratsbeschluss vom Mai 2026 an einer Gesamtkapazität von 400 Plätzen fest.

 

 

Die CDU kritisiert insbesondere die „Konzentration“ vieler Geflüchteter an einem Standort. Eine dezentrale Unterbringung sei aus ihrer Sicht sowohl integrationspolitisch als auch sozial vorzuziehen. Bereits im Zuge der Beratungen im Frühjahr 2026 hatte die CDU Bedenken gegen eine Unterbringung von bis zu 190 Personen an dem Standort geäußert. In der daraufhin geänderten Verwaltungsvorlage sei die vorgesehene Belegung auf maximal 100 Personen begrenzt und die Nutzung lediglich mittelfristig vorgesehen worden.

 

Zudem sei das Gebäude an der Düsselberger Straße ein ehemaliger Bürokomplex, der nicht für eine dauerhafte Wohnnutzung konzipiert worden sei. Die Fraktion verweist auf einen aktuellen Sachstandsbericht des Gebäudemanagements, dem zufolge die Unterkunft mindestens acht weitere Jahre betrieben werden solle. Gleichzeitig bestehe ein erheblicher Investitionsstau, der nahezu alle Bauteile, Gewerke und technischen Ausstattungen betreffe. Eine technische Gebäudebewertung soll den Zustand und die voraussichtlichen Kosten klären.

 

Die CDU möchte deshalb wissen, mit welchen Sanierungs- und Modernisierungskosten zu rechnen ist und wie hoch die laufenden Betriebs- und Unterhaltungskosten ausfallen. Als weiteren Kostenpunkt nennt sie den Sicherheitsdienst, für den nach ihren Angaben jährlich 550.000 Euro anfallen.

 

Als Alternative bringt die Fraktion eine zeitnahe Aufgabe des Standorts einschließlich des Grundstücks ins Spiel. Gegebenenfalls könne das Grundstück veräußert und an anderer Stelle eine deutlich kleinere Unterkunft neu errichtet werden. Die Verwaltung soll darlegen, ob geeignete Standorte bereits geprüft wurden und wann eine nachvollziehbare Bewertung vorliegen könnte.

Darüber hinaus fragt die CDU nach den aktuellen Belegungszahlen an den einzelnen Standorten, den bisherigen Zuweisungen von Geflüchteten im Jahr 2026 sowie den Auswirkungen der Änderungen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS).

 

Quelle: CDU Haan, Symbolbild: anzeiger24.de, Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

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