Mehr Schutz für Bahn-Personal: Bodycams mit Tonaufzeichnung

10.08.2026

Testphase in Region Rhein-Neckar-Pfalz geplant

Zugbegleiter, das ist für viele Eisenbahn-Fans ein Traumjob. Doch die Freude daran wird seit Monaten überschattet, weil es immer mehr aggressive und sogar gewaltbereite Fahrgäste gibt, etwa bei der Ticketkontrolle. Am 10. August haben der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger mit Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, die aktuellen Zahlen zu Übergriffen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn sowie Maßnahmen für mehr Sicherheit in den Zügen vorgestellt.

Demnach gab es im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 989 Übergriffe auf Mitarbeitende der DB Regio – davon 781 Fälle von einfacher Körperverletzung (schubsen, greifen, bespucken) sowie 185 Fälle von versuchter Körperverletzung. 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden Opfer schwerer Körperverletzungen. Unvergessen bleibt der Tod von Serkan Çalar zu Beginn des Jahres.

 

Daraus werden nun Konsequenzen gezogen.

 

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In der Region Rhein-Neckar-Pfalz werden Bodycams mit Tonaufzeichnung ab spätestens 1. Oktober 2026 für zwei Monate getestet. Nach dieser Pilotphase soll in einem zweiten Schritt bundesweit das System sukzessive umgesetzt werden.

 

Weitere Maßnahmen

  • Pilotprojekte zu 1/1-Begleitungen, bei der Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer durch eine weitere Person mit Sicherheitskenntnissen begleitet werden, sowie Doppelbesetzungen im Kundenservice
  • Einsatz von Prüfgruppen (6-8 Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer kontrollieren gleichzeitig einen Zug)
  • Erweiterung der persönlichen Schutzausrüstung um stichfeste Westen für Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer und Helme für die Mobile Unterstützungsgruppe
  • Neben der Einführung der Möglichkeit von Tonaufzeichnungen bei Aktivierung der Bodycam und der Vernetzung von Prio-Ruf (Alarmsystem per Knopfdruck am Armband) und Bodycam wird auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geprüft.
  • Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit der Bundesregierung eine landesweite Respekt-Kampagne gestartet.


Harmen van Zijderveld erklärt: „Die Zahlen belegen, was unsere Mitarbeitenden nahezu täglich erleben: sie werden beschimpft, bespuckt, geschlagen und getreten. Das ist umso trauriger, wenn man weiß, mit welcher Leidenschaft sie ihren Beruf ausüben und leben. Wir tun daher alles, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden bei Kontrollsituationen zu erhöhen und mit der verstärkten Personalpräsenz auch brenzlige Situation besser deeskalieren zu können. Die Tonaufzeichnung der Bodycams ist ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Sicherheit. Sie unterstützt die Deeskalation, hilft aber auch enorm bei der Verfolgbarkeit von Straftaten.“

Bundesminister Steffen Bilger ergänzt: „Die reinen Zahlen, aber auch die Schilderungen der Bahn-Beschäftigten, sind erschütternd. Wir dürfen angesichts dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung nicht in Schockstarre verfallen, sondern müssen gemeinsam besonnen aber entschlossen gegensteuern. Denn Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Umso wichtiger ist, dass die Beschäftigten der Deutschen Bahn für ihre Aufgaben bestmöglich ausgerüstet sind. Sie sind es, die täglich die Mobilität von Millionen Menschen gewährleisten. Dafür gilt ihnen mein Respekt und Dank.“

 

Quelle: DB AG
Foto: DB AG/Volker Emersleben
bearb.: KA

 

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