Hitzesommer: Weinernte sinkt um 4 Prozent

13.10.2026

Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen

Die Weinbaubetriebe in Deutschland erwarten für 2026 eine Ernte von 0,3 Millionen Hektoliter. Klingt viel, fällt aber um 4% niedriger aus  als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) basierend auf der zweiten Schätzung mit. Auf der anderen Seite wird die Erntemenge von Weinmost voraussichtlich bei 8,0 Millionen Hektolitern liegen. Gegenüber dem Vorjahr mit 7,7 Millionen Hektolitern entspricht dies einer Zunahme um 5%.

 

Die Ernteschätzungen beruhen auf Angaben freiwilliger Berichterstatterinnen und Berichterstatter über die von ihnen erwarteten Weinmosterträge. Im weiteren Vegetationsverlauf können sich die erwarteten Erntemengen in Abhängigkeit von der Witterung, lokal auftretenden Wetterereignissen, Pflanzenkrankheiten und Schädlingen noch ändern.

 

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Kleinere Trauben, dafür aber qualitativ besser

Der Rückgang der Ernte ist auf die Trockenheit und Hitze im Sommer 2026 zurückzuführen. Durch den Wassermangel bleiben die Traubenbeeren eher klein. Das hat aber wiederum auch einen anderen positiven Effekt: Die dadurch bedingte stärkere Konzentration der Inhaltsstoffe lässt einen qualitativ guten Weinjahrgang erwarten. Großflächige Schäden sind, abgesehen von lokal begrenzten Hagelereignissen, bisher ausgeblieben.

 

Regionale Unterschiede zwischen Rheinhessen, der Pfalz und Baden sowie Mosel- und Franken-Gebieten

Wie bereits in den Vorjahren entfällt mit 56 % mehr als die Hälfte der erwarteten gesamten deutschen Weinernte auf die größten Weinanbaugebiete Rheinhessen (2,4 Millionen Hektoliter) und Pfalz (2,1 Millionen Hektoliter). Ein weiteres knappes Viertel (24 %) verteilt sich auf die Anbaugebiete Baden (1,2 Millionen Hektoliter) und Württemberg (772 000 Hektoliter).

 

In sieben Anbaugebieten zeichnen sich gegenüber dem Vorjahr Erntezunahmen ab. Besonders deutlich sind die absoluten Zunahmen gegenüber dem Vorjahr in den Anbaugebieten Pfalz (+214 000 Hektoliter oder +11 %), Baden (+171 000 Hektoliter oder +17 %) und Rheinhessen (+141 000 Hektoliter oder +6 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Jahr 2025 insbesondere in Rheinhessen und der Pfalz die Erntemengen gegenüber 2024 stark zurückgegangen waren. Zunahmen gegenüber dem Vorjahr sind außerdem in den Gebieten Württemberg (32 000 Hektoliter oder +4 %), Rheingau (+34 000 Hektoliter oder +20 %) Hessische Bergstraße (+7 000 Hektoliter oder +26 %), und Mittelrhein (+2 000 Hektoliter oder +8 %) zu verzeichnen.

 

Eine Abnahme der diesjährigen Erntemenge gegenüber 2025 wird indessen für die Anbaugebiete Mosel (-119 000 Hektoliter oder -16 %), Franken (-73 000 Hektoliter oder -19 %) Ahr (-17 000 Hektoliter oder -50 %), Saale-Unstrut (-13 000 Hektoliter oder -22 %) und Sachsen (-4 000 Hektoliter oder -14 %) geschätzt.

 

Höhere Erntemengen von Riesling und Dornfelder

Von der gesamten Weinerntemenge 2025 werden laut den Schätzungen 5,6 Millionen Hektoliter (70 %) auf Weißmost und 2,4 Millionen Hektoliter (30 %) auf Rotmost entfallen. Insbesondere in den Anbaugebieten Mosel (90 %), Rheingau (86 %) und Franken (85 %) wird deutlich mehr Weißmost als Rotmost erzeugt. Rotmost überwiegt hingegen in den Anbaugebieten Ahr (77 %) und Württemberg (65 %).

Die Erntemenge der deutschen Rebsorte Riesling nimmt im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 140 000 Hektoliter oder 8 % auf 1,8 Millionen Hektoliter zu. Die Rebsorte Dornfelder hat mit 9 % auf 601 000 Hektoliter ebenfalls deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen. Die Erntemenge der weißen Rebsorte Grüner Silvaner hingegen wird voraussichtlich um 5 % auf 304 000 Hektoliter abnehmen. Auch die rote Rebsorte Blauer Portugieser nimmt um 3 % auf 173 000 Hektoliter ab.

 

Quelle: DESTATIS

bearb.: KA

Foto: Archiv anzeiger24.de

 

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