Bärbel Bas zieht sich auf Politik zurück: „Heute endet für mich ein Kapitel“

12.10.2026

Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende legt ihre Ämter nieder – unter anderem wegen eines Trauerfalls – Nachfolger soll bereits feststehen

Es ist eine überraschender Neuigkeit am Montagmorgen, 12. Oktober 2026: Bärbel Bas gibt ihre Ämter als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende mit sofortiger Wirkung auf. Die 58-Jährige begründet ihren Rückzug mit einem schweren persönlichen Verlust, aber auch mit öffentlichen Angriffen, die nach ihren Worten selbst aus den Reihen des Koalitionspartners weitergegangen seien. Ihr Bundestagsmandat will Bas behalten.

 

„Heute endet für mich ein Kapitel, aber nicht die Geschichte“, schrieb Bas in einer persönlichen Mitteilung auf Instagram. „Denn was bleibt, sind nicht die Ämter, die wir getragen haben, sondern Spuren, die wir im Herzen der Menschen hinterlassen.“
Besonders schwer wiegt für Bas der Tod ihrer Stieftochter. Sie habe nach dem Verlust festgestellt, dass sie Zeit brauche, um ihre Trauer zu verarbeiten, erklärte die Politikerin. Diese Zeit wolle sie sich nun ausreichend nehmen. Zugleich verwies sie auf die politische Belastung der vergangenen Wochen.

„Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden“, schrieb Bas. Sie habe derzeit nicht die Kraft, ihre Regierungs- und Parteiarbeit kurzfristig vollumfänglich auszuüben.

 

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Bundestagsmandat bleibt bestehen

Ihren Rückzug vollzieht Bas konsequent: Sie informierte ihren Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil, dass sie den SPD-Parteivorsitz mit dem heutigen Tag niederlegt. Bundeskanzler Friedrich Merz bat sie zugleich um ihre Entlassung aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales.
Politisch vollständig zurückziehen will sich Bas allerdings nicht. Ihr Bundestagsmandat für den Wahlkreis Duisburg möchte sie behalten. Sie will damit weiterhin parlamentarisch tätig bleiben und die Menschen in ihrer Heimat vertreten.

 

Klingbeil reagierte mit Verständnis und deutlichen Worten: „Denn hinter jedem Amt stehen Menschen mit Gefühlen und persönlichen Schicksalen“, schreibt er bei Instagram. „Die Angriffe gegen dich gerade in den Tagen deiner Trauer haben mich sehr betroffen gemacht. Sie waren unanständig und verletzend. So geht man nicht miteinander um. Als SPD-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin hast du mit klarem Kompass und großer Geradlinigkeit Verantwortung übernommen und dich mit voller Überzeugung für die Menschen in unserem Land eingesetzt. Ich bin dir sehr dankbar für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

 

Später verkündete er außerdem, dass die gesamte Führung der Bundes-SPD bei einem Parteitag im Dezember oder Januar neu gewählt werden soll. Das habe das Präsidium einstimmig beschlossen. 

 

Alexander Schweitzer soll Arbeitsminister werden

Derweil kursiert bereits ein Name für die designierten Nachfolge: Alexander Schweitzer, der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, soll künftig das Bundesministerium für Arbeit und Soziales führen. Der 53-Jährige war bis 2026 Ministerpräsident seines Bundeslandes und ist stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.
Schweitzer steht damit vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Im Arbeits- und Sozialressort stehen zahlreiche Reformvorhaben an. Sein Wechsel nach Berlin erfolgt zudem in einer Phase, in der die schwarz-rote Bundesregierung innenpolitisch unter erheblichem Druck steht.

Offen ist dagegen zunächst, wer Bas als SPD-Co-Vorsitzende oder -Co-Vorsitzender nachfolgen wird. Die Partei muss damit nicht nur einen Wechsel im Kabinett, sondern auch an ihrer Spitze organisieren.

 

Quelle: SPD / tagesschau / Der Spiegel
bearb: KA

 

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