Bittere Pille: Apotheken am Protesttag geschlossen
19.03.2026ABDA demonstriert für Anpassung der Honorarvergütung
Wer am Montag, 23. März 2026, eine Apotheke aufsuchen muss oder möchte, muss sich auf Einschränkungen gefasst machen: Die Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) kündigt weitere bundesweite Protestmaßnahmen an, um für eine Honorarerhöhung zu kämpfen. Die Landesapothekerverbände werden an diesem Tag ihre Mitglieder dazu aufrufen, die Apotheken geschlossen zu halten. Bundesweit werden aber rund 1.000 Notdienst-Apotheken weiterhin geöffnet bleiben.
Es wird empfohlen, “nicht akut notwendige Rezepte noch vor dem Protesttag einzulösen oder dann wieder ab Dienstag, 24. März 2026", erklärt ABDA.
Außerdem werden die Landesapothekerverbände in den Städten Berlin, Hannover, München und Düsseldorf zentrale Kundgebungen bzw. Demonstrationen organisieren.
Was fordern die Apotheken?
Die Apothekenteams mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigen fühlen sich “chronisch unterfinanziert”, erklärt ABDA.
Präsident Thomas Preis (Portraitfoto oben): "Die Situation unserer Apotheken und somit die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland ist schon seit Jahren angespannt. Denn die letzte Honorarerhöhung für die Apotheken hat es vor 13 Jahren gegeben. Obwohl die Betriebskosten im selben Zeitraum um mehr als 65 Prozent angestiegen sind.” Das habe unter anderem auch dazu geführt, dass “jedes Jahr hunderte Apotheken schließen” würden. so Preis: “Seit 2013 haben wir rund 20 Prozent aller Apotheken verloren. Für die Menschen in den Städten und auf dem Land verlängern sich somit die Wege zur nächsten Apotheke.”
Mit dem Protesttag wollen die Pharmazeuten auf “diese untragbare Situation aufmerksam machen”.
Was erwartet ABDA von der Politik?
Das packungsbezogene Honorar wird von der Bundesregierung festgelegt. Diese solle daher “endlich das Apothekenhonorar erhöhen, so, wie es im Koalitionsvertrag sehr konkret vorgesehen ist”.
Dieser sieht eine Erhöhung der Vergütung von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung vor. “Die Politik muss jetzt zu Ihrer Zusage stehen. Ohne Wenn und Aber”, so Preis. “Sonst wird die brandgefährliche Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen. Unter den Schließungen der Apotheken leiden Patientinnen und Patienten, denn ohne eine Apotheke vor Ort wird die Versorgunglage für viele Menschen kritisch. Das können wir uns nicht leisten, erst recht nicht mit Blick auf den demografischen Wandel und die erforderliche Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung."
Unterstützung erhofft sich ABDA auch aus der Bevölkerung über eine aktuelle Online-Petition.
Quelle/Fotos: ABDA
bearb: KA
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