Frust an der Zapfsäule: Was hat die neue Preis-Regulierung gebracht?

01.04.2026

ADAC: Aufschlag statt Entspannung – Autofahrer zahlen immer mehr

Das haben viele Menschen auch nicht anders erwartet: Seit dem 1. April 2026 gilt an deutschen Tankstellen das Gebot, nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Spritpreise zu erhöhen (Preissenkungen sollen jedoch jederzeit möglich sein). „Mehr Verlässlichkeit und mehr Transparenz für Autofahrer und Pendler“ und einen „Preis-Unterbietungswettbewerb“ hatte sich die Bundesregierung von dieser Maßnahme versprochen.

Doch dieser Plan hat keineswegs zu einer Entlastung geführt, wie auch der ADAC festgestellt hat: „Wie eine erste Auswertung der Kraftstoffpreise um kurz nach 12 Uhr am 1. April zeigt, kletterte der Preis im Vergleich zu kurz vor 12 Uhr für Super E10 um 7,6 Cent auf 2,175 Euro, der Dieselpreis um 7,5 Cent auf 2,376 Euro.“

Das dürften auch viele Menschen an der Zapfsäule bemerkt haben. Der bisherige Spar-Tipp, am besten abends ab 19 Uhr zu tanken, hat sich damit auch erst einmal erledigt.

 

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Statt zu einer Senkung der Spritpreise „führt die geringere Flexibilität von Mineralölkonzernen offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen werden. Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich“, so eine weitere Erkenntnis des ADAC. „Die Sorge scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können.“

 

Was kann das Kartellamt ausrichten?

Der Autoclub erwartet daher von der Regierung, vorübergehend die Energiesteuer auf Kraftstoffe abzusenken, und vom Kartellamt ein energischeres Eingreifen.

Denn die Neuregelung sieht auch vor, dass die beteiligten Konzerne und Unternehmen gegenüber der Behörde „darlegen müssen, wie die geforderten Preise zustande kommen“, hieß es in einer Presseerklärung aus Berlin: „Um den Wettbewerb auch strukturell rascher stärken zu können, wird das Bundeskartellamt im Bereich der Sektoruntersuchungen gestärkt. (…) Die Erkenntnisse aus Sektoruntersuchungen kann das Bundeskartellamt verwerten, um Abhilfemaßnahmen zur Verbesserung des Wettbewerbs anzuordnen. Durch eine Straffung des Verfahrens soll dies nunmehr schneller möglich sein.“

So „soll das Bundeskartellamt strukturelle Wettbewerbsstörungen einfacher feststellen und damit schneller beheben können“.

 

Ölreserven freigeben – noch drohen keine Engpässe

Außerdem haben die Bundes- und die anderen 31 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) beschlossen, einen Teil der nationalen Ölreserven freizugeben: „Deutschlands Notfallreserve für etwa 90 Tage umfasst insgesamt etwa 20  Millionen Tonnen Rohöl und Ölprodukte. Die IEA hatte Deutschland gebeten, 2,6 Millionen Tonnen aus seiner Reserve freizugeben. Dies bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass sie auch tatsächlich abgerufen werden müssen. In jedem Fall bleibt die Versorgung mit Diesel, Benzin und Heizöl in Deutschland weiterhin gesichert“, teilt die Bundesregierung mit.

 

Der ADAC rechnet derweil nicht mit weiteren Engpässen: „Entspannung könnte (…) eintreten, wenn die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) ab April ihre Fördermengen erhöht. (…) Da die Importe bislang allerdings weiterlaufen und die Reserven noch gut gefüllt sind, ist die Versorgung in Deutschland für mehrere Monate gesichert. Sollten sich die globalen Lieferbedingungen verschlechtern, würden die Preise zwar (weiter) stark steigen, gleichzeitig aber wohl auch der Verbrauch von Benzin und Diesel sinken. Deshalb ist davon auszugehen, dass die physische Versorgung – im Gegensatz zum Preisniveau – auch längerfristig stabil bleibt“.

 

Klingt zunächst beruhigend, doch die betroffenen Autofahrerinnen und Autofahrer bleiben trotzdem ungeduldig und genervt. Sie wollen möglichst bald eine Entspannung spüren.

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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