Vier Millionen Euro für den Weg ans Wasser

13.09.2026

Freitreppe soll Baumberger Rheinufer attraktiver machen

Die aktuell im Bau befindliche Freitreppe am Baumberger Rheinufer ist technisch anspruchsvoll, zwingend erforderlich war und ist sie jedoch nicht. Sie ist eine politisch beschlossene Aufwertung des Ausflugsortes am Aalschokker, deren Kosten sich seit 2020 nahezu verdreifacht haben.

Denn nachüberarbeiteten statischen Berechnungen und mehrerer beteiligter Ingenieur- und Statikbüros steht fest: Der Bau der Freitreppe am Baumberger Rheinufer ist erheblich komplizierter als zunächst erwartet. Die Stadt rechnet nun mit einer Fertigstellung im Oktober oder November 2026. Der Kostenrahmen ist in der Zwischenzeit von 1.4 Millionen Euro auf rund vier Millionen Euro gestiegen.

Keine notwendige Brücke, sondern ein zusätzlicher Aufenthaltsort

Bei dem Bauwerk handelt es sich im eigentlichen Sinn nicht um eine Brücke und auch nicht um eine notwendige Verkehrsverbindung. Der vorhandene Geh- und Radweg bleibt die eigentliche Wegeverbindung entlang des Rheins. Die 530 Quadratmeter große Treppenanlage führt von diesem Weg über Sitz- und Laufstufen bis an die Wasserlinie. Ihr Zweck ist vor allem, Besuchern einen neuen Aufenthaltsort mit Rheinblick zu bieten.

Die Stadt beschreibt die Freitreppe selbst als Komplettierung des architektonischen Konzepts rund um den historischen Aalschokker „Fiat Voluntas“. Das Museumsschiff wurde bereits 2019 eröffnet; außerdem waren der Rheinradweg ausgebaut und der Parkplatz erneuert worden. Die Treppe soll den Ausflugsort abrunden, die Aufenthaltsqualität erhöhen und Baumbergs Rheinlage stärker erlebbar machen.


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Wieso konnten die Kosten derart explodieren?

Als das Vorhaben Anfang 2020 im Planungsausschuss einstimmig Zustimmung fand, wurden die Kosten noch mit rund 1,4 Millionen Euro angegeben. Der Baubeginn war für das Frühjahr 2021, die Fertigstellung für Ende 2021 vorgesehen. Unter dem Eindruck der Corona-Krise forderten einige Fraktionen kurz darauf eine Verschiebung; die damalige PETO-Mehrheit hielt an dem Projekt fest.


Gebaut wurde schließlich erst ab September 2025. Inzwischen nennt die Stadt rund vier Millionen Euro. Bei einer Gegenüberstellung der damaligen und heutigen Angaben entspricht das einer Steigerung um etwa 186 Prozent. Die FDP hatte nach einer Informationsveranstaltung im August 2024 sogar Gesamtkosten von rund 4,4 Millionen Euro einschließlich Planung und Ausführung genannt. Weshalb die heutige städtische Angabe darunter liegt und welche Leistungen jeweils eingerechnet sind, geht aus den frei zugänglichen Projektinformationen nicht eindeutig hervor.

Aufwendige Gründung verzögert den Bau

Die jüngste Verzögerung erklärt die Stadt mit dem schwierigen Baugrund. Trotz vorheriger Untersuchungen seien die verlangten Tragfähigkeitswerte zunächst nicht erreicht worden. Planungen und Statik mussten während des Baus angepasst werden. Mehr als 100 Mikropfähle verankern die Anlage nun dauerhaft und sollen ihre Sicherheit auch bei Hochwasser gewährleisten. Der niedrige Rheinpegel habe die Arbeiten erleichtert. Eine weitere Unterbrechung während der Sommerferien führt die Stadt auf personelle Engpässe beim ausführenden Unternehmen zurück.

Nach Abschluss der Gründung und dem Setzen großer Betonelemente folgen Beleuchtung, Bepflanzung und die Wiederherstellung des Umfelds. Auch die Umleitung des Fuß- und Radverkehrs sowie die zeitweise beanspruchten Parkplatzflächen sollen zurückgebaut werden.

Quelle: Stadt Monheim

Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/

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