Statistisches Landesamt NRW offenbart dramatische Entwicklung der Monheimer Kassenlage

29.08.2025

Monheim: Von schuldenfrei zum Schuldenrekord

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW zur kommunalen Verschuldung zeigen ein beunruhigendes Bild für Monheim. 2013 wurde die Stadt noch als schuldenfrei gefeiert, heute jedoch stehen rund eine Milliarde Euro Schulden in den Büchern. Bei nur 44 000 Einwohnerinnen und Einwohnern ergibt das eine Pro-Kopf-Belastung von 22 700 Euro. Prognosen zufolge könnte sich die Verschuldung bis 2028 auf zwei Milliarden Euro verdoppeln.

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Vergleich im Kreis und Land

Im Landesdurchschnitt liegt die Verschuldung der Kommunen bei lediglich 3 075 Euro je Einwohner. Der Kreis Mettmann kommt im Schnitt auf 3 300 bis 3 600 Euro. Monheim hingegen ist fast siebenmal (!) so hoch verschuldet. Und während andere Städte des Kreises mit moderater Neuverschuldung kämpfen, explodieren in Monheim die Schulden.
 

Und das sind die Ursachen

  • Rückläufige Einnahmen: Das Modell der niedrigen Gewerbesteuerhebesätze brachte zunächst hohe Einnahmen, erwies sich aber als riskant. Wirtschaftliche Probleme großer Steuerzahler wie Bayer haben die Einnahmebasis stark geschwächt.

  • Hohe Investitionen: Projekte wie Sporthallen, ein Wellenbad oder kulturelle Einrichtungen binden dreistellige Millionenbeträge und erhöhen den Kreditbedarf massiv.

  • Risikopolitik: Finanzgeschäfte wie Einlagen bei der insolventen Greensill-Bank haben die Lage zusätzlich verschärft und Fragen zur Solidität der städtischen Finanzpolitik aufgeworfen.


Und wie geht es weiter?

Monheim trägt inzwischen eine der höchsten Pro-Kopf-Schuldenlasten in ganz Nordrhein-Westfalen. Entscheidend wird sein, ob sich die milliardenschweren Investitionen jemals „rechnen“.

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Bürgermeister Daniel Zimmermann hält die Rentabilitätsrechnungen zu den großen Projekten bislang unter Verschluss. Ob sich Vorhaben wie Monheim Mitte, die Kulturraffinerie oder das Mona Mare jemals wirtschaftlich tragen, ist völlig offen. Auch der Hinweis, dass den Schulden hohe Vermögenswerte gegenüberstehen, greift zu kurz. So wird die Kulturraffinerie nach Fertigstellung zwar mit Baukosten von mehr als 150 Millionen Euro im städtischen Vermögen verbucht. Doch dieser Wert bleibt weitgehend theoretisch: Ein Kulturzentrum lässt sich – anders als eine Gewerbeimmobilie – kaum marktgerecht verkaufen und würde im Ernstfall nur mit deutlichen Abschlägen zu veräußern sein.
 

Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/pixabay

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