Rettungskräfte üben Versorgung von 50 Verletzten
12.10.2026Wie lassen sich 50 Verletzte gleichzeitig versorgen, wenn die regulären Strukturen des Rettungsdienstes an ihre Grenzen stoßen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Samstag zahlreiche Einsatzkräfte bei einer Großübung des Katastrophenschutzes im Kreis Mettmann. Das Szenario: ein Zugunglück mit vielen Verletzten außerhalb des Kreisgebiets. Deshalb wurde nicht die Rettung am Unfallort geübt, sondern der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes für 50 Verletzte (BHP 50).
Nahezu alle Hilfsorganisationen, zahlreiche Feuerwehren, Technikeinheiten der Kreisleitstelle sowie Notärztinnen und Notärzte aus der Gruppe der Leitenden Notärzte aus dem Kreis Mettmann fanden sich nach der Alarmierung am Samstag unter der Übungsleitung von Dr. Arne Köster, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Kreis Mettmann, auf dem Parkplatz eines Möbelhauses in Haan zusammen, um das Szenario zu üben. Aus einem Abrollcontainer wurde der Großteil des medizinischen Equipments entladen und eine Art „Zeltstadt“ für die Verletztenversorgung errichtet. Sanitätshelfende und Rettungsdienstkräfte versorgten die Verletzten und stabilisierten sie für den Weitertransport.
„Ein Behandlungsplatz 50 als Konzept des Katastrophenschutzes in NRW wird immer dann angefordert und aufgebaut, wenn die regulären Versorgungsstrukturen des Rettungsdienstes aufgrund der Patientenanzahl nicht mehr ausreichen und Verletzte zunächst erstversorgt werden müssen, bevor ein geeignetes Krankenhaus erreicht werden kann“, erklärt Torsten Schlender, Kreisbrandmeister und Amtsleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst des Kreises. „Gerade diese Strukturen, die zum Glück nur äußerst selten benötigt werden, müssen regelmäßig geübt werden.“
Mit großem Erfolg, wie sich am Samstag gezeigt hat: „Das Übungsziel mit rund 100 nahezu ausschließlich ehrenamtlichen Beteiligten konnte erreicht werden“, berichten Torsten Schlender und Dr. Arne Köster. Im nächsten Schritt werten die Verantwortlichen die Abläufe aus, um mögliche Verbesserungen für künftige Einsätze abzuleiten.
Bericht/Foto: Kreis Mettmann, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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