Keine Infos am Bahnsteig? So wollen Bahn und Bund eine „Bessere Kundenkommunikation“ erstellen
09.07.2026Bei Ausfällen, Verspätungen und sonstigen Störungen sollen Fahrgäste schnellere Auskünfte erhalten
Bahnreisende sind nicht wegen dauernder Verspätungen, Ausfälle und Umleitungen gebeutelt und leidgeplagt. Oft ist obendrein auch der Informationsfluss der Deutschen Bahn unzureichend. Fahrgäste stehen am Bahnsteig und wissen nicht, warum überhaupt ihr Zug gerade nicht kommt oder stehen bleibt. Sogar das Zugpersonal ist öfter mal ratlos.
Das soll sich nun ändern: Der DB-Konzern kündigte eine „branchenweite integrierte Reisendeninformation“ ab Ende 2026 an.
Was genau ist da geplant?
Folgende Maßnahmen sind Bestandteil des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation”
Bis Ende 2027 sollen rund 50 Millionen Euro zusätzlich in eine „bessere, verlässlichere und schnellere Kundenkommunikation“ sowie eine „moderne IT und Künstliche Intelligenz“ investiert werden, erklärten DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Wer sich bei bahn.de oder im DB Navigator einloggt, soll über den virtuellen KI-basierten Assistenten Kiana präzise und individuelle Auskünfte zur eigenen Reise abfragen können. Rund um die Uhr und in über 100 Sprachen. Das System soll zum Ende des Jahres startklar sein.
Die IT und Prozesse in den Leitstellen werden mit KI modernisiert. Dadurch sollen eingehende Informationen zu Störungen, Halteausfällen, Verspätungen oder Anschlussmöglichkeiten schneller verarbeitet, aufbereitet und an die relevanten Kundenkanäle weitergegeben werden.
Unter der Marke „DB Info“ entwickelt die DB eine anbieterneutrale Website und eine einheitliche App, die ab Dezember 2026 verfügbar sein sollen.
Informationen über kurzfristige Gleiswechsel soll der DB Navigator zukünftig deutlich schneller anzeigen – und zwar innerhalb von zwei statt bisher rund 60 Sekunden.
Noch in diesem Jahr soll auch die Push-Mitteilung unmittelbar über die App ausgespielt werden.
An kleinen, mittleren und großen Bahnhöfen werden 7.000 neue Anzeiger installiert, kündigt die DB an. An den großen Bahnhöfen sollen die Displays auch Klasse, Wagenreihung, Folgezüge und Serviceeinrichtungen auflisten.
Ein Ort für alle Daten: Die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation wird an die DB InfraGO übertragen.
Insgesamt planen Bund und DB drei Programme, um schnelle Effekte für ein besseres Reiseerlebnis zu erreichen.
Das Projekt „Bessere Kundenkommunikation” ist also nur ein Baustein.
Trotzdem sollte nicht vergessen werden: Die Fahrgäste werden noch bis in die 30er Jahre hinein mit der Generalsanierung der Bahnstrecken leben müssen. Aber gerade dann sind Infos natürlich wichtiger.
Bericht: KA
Archivfoto: anzeiger24.de
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