Halloween und Gen Z-Demo: Friedlich im Kreis Mettmann, teilweise Randale in Nachbarstädten

01.11.2026

Polizei zieht Bilanz: Jugendlicher wegen Böller in Ratingen festgenommen, sonst alles verhältnismäßig ruhig in den Kreisstädten

Wenn Geister, Vampire, Zombies und andere Wesen monstermäßig feiern wollen, bereitet sich die Polizei auf diverse Szenarien vor. Von friedlicher Stimmung bis zu Ausschreitungen. Entsprechend hat sich auch die Kreispolizei Mettmann auf die diesjährige Halloween-Nacht vorbereitet.

Zum Glück aber kam es kaum zu nennenswerten Zwischenfällen, heißt es nun in der Bilanz am Morgen von Allerheiligen: "Insgesamt verlief die Nacht in den zehn Städten des Kreises weitgehend ruhig. Größere Menschenansammlungen oder herausragende Störungen blieben aus. Die Polizei musste nur vereinzelt wegen Ruhestörungen im Zusammenhang mit Pyrotechnik tätig werden und insgesamt zwölf Platzverweise aussprechen."

 

Sogar in Erkrath-Hochdahl, wo es in den Vorjahren unter anderem brennende Barrikaden und Angriffe auf Rettungskräfte gab, wurden "keine herausragenden Störungen oder Einsatzlagen" registriert. Möglicherweise lag es an der verstärkten Präsenz der Polizei vor Ort?

 

Einzige Ausnahme: In Ratingen nahm die Polizei einen 16-jährigen Jugendlichen fest. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Deutsche einen Polenböller auf Passanten geworfen. Verletzt wurde dabei niemand. Dennoch wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung eingeleitet.

 

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Düsseldorf: Streit, Körperverletzungen und Waffenfund

Im Vergleich dazu waren die Kolleginnen und Kollegen aus der Nachbarstadt Düsseldorf die halbe Nacht schwer beschäftigt: "Ab etwa 00:30 Uhr wurde die Stimmung der inzwischen deutlich alkoholisierten Altstadtgästen aggressiver, die Zahl und Intensität der Einsatzanlässe nahm merklich zu und verblieb bis etwa 04:30 Uhr auf konstant hohem Niveau", heißt es in dem Polizeibericht. Die Beamten mussten bei mehreren Körperverletzungsdelikten, Streitigkeiten und randalierenden Personen einschreiten und Menschen in hilflosen Situationen unterstützen. Bei den Waffenkontrollen wurde sogar eine Schreckschusspistole aufgefunden und eine entsprechende Ordnungswidrigkeit angezeigt.

 

Keine Versammlungen von Gen Z im Kreis, aber Pyrotechnik und Attacken auf Beamte in Köln und Düsseldorf

Im Umland fanden vor den Halloween-Partys zahlreiche Demos der Initiative "Gen Z regelt" gegen die Bildungspolitik und Wehrpflicht statt.
Es wurden ebenso Vandalismus und Attacken befürchtet wurde, auch im Kreis Mettmann.
In den Kreisstädten war davon jedoch nichts zu spüren, sagt die Behörde.

 

Jedoch musste die Polizei in einigen Versammlungsstädten bei vereinzelten Ausschreitungen eingreifen. In Düsseldorf beispielsweise nahmen rund 2.500 Menschen an dem Aufzug durch die Innenstadt teil. Weitgehend friedlich, jedoch mit einem Zwischenfall, bei dem ein Polizeibeamte mit Pyrotechnik beworfen wurde. Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet. Zum Ende der Kundgebung am Johannes-Rau-Platz wurde noch einmal Pyrotechnik von der Rheinkniebrücke auf ehemalige Teilnehmende geworfen. Zwei Tatverdächtige konnten identifiziert werden. Strafanzeigen wurden gefertigt.

 

Heftiger verlief die Demo in Köln: Einzelne vermummte Teilnehmende zündeten Pyrotechnik und brachten damit den Aufzug kurzzeitig ins Stocken. Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurden plötzlich Einsatzkräfte attackiert. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ein Polizeibeamter erlitt eine Handverletzung und war anschließend nicht mehr dienstfähig, heißt es im Polizeibericht: "Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren, unter anderem wegen des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und des schweren Landfriedensbruchs, ein."


Am Abend eskalierte die Situation weiter: die Polizei setzte rund 50 Personen auf der Einkaufsmeile Hohe Straße fest. Später randalierten rund 200 Personen im Innenstadtbereich. Auf der Domplatte wurden erneut Polizisten angegriffen, sogar Flaschen und Fahrräder sollen durch die Luft geflogen sein, berichtet der WDR. In einer Nebenstraße wurde ein E-Scooter gegen eine Fensterscheibe geworfen, die daraufhin zu Bruch ging. Zudem wurden Hausfassaden und ein Streifenwagen beschädigt. Auch wurden Waffen, Vermummungsmaterial und ein Molotowcocktail sichergestellt.

Betont wird aber auch, dass die Täterinnen und Täter nicht unbedingt der Initiative "Gen Z regelt" zuzuordnen werden können. Vielmehr kann es sich um Trittbrettfahrer gehandelt haben, die einfach nur Randale veranstalten wollten.

 

Quelle: Polizei Kreis Mettmann / Polizei Düsseldorf / Polizei Köln / WDR
bearb.: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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