Wohnungsmarktbericht: Lage spitzt sich zu – Warum Mieten in Leverkusen immer teurer wird
10.02.2026Bevölkerung wächst, gestiegene Armut, Nachfrage nach Eigentum zurückhaltend, höhere Baukosten
Der Leverkusener Wohnungsmarkt kommt nicht zur Ruhe. Der neue Wohnungsmarktbericht 2025 zeigt: Die Lage hat sich gegenüber den Vorjahren nicht verbessert – im Gegenteil. Wohnraum bleibt knapp, Mieten steigen weiter, und besonders im preiswerten Segment droht eine weitere Verschärfung.
Wie ist die Lage?
Leverkusen wächst weiter: Ende 2024 wurde erstmals die Marke von 170.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten. Trotz geringerer Zuwanderung aus dem Ausland sorgen Zuzüge – unter anderem aus Köln – für einen anhaltenden Nachfrageüberhang. Gleichzeitig ist die Leerstandsquote sehr niedrig, die Bautätigkeit seit Jahren zu gering. Eine spürbare Entspannung ist laut Bericht auch im kommenden Jahr nicht zu erwarten.
Warum ist Wohnraum so knapp und teuer?
Die Ursachen sind vielfältig: stark gestiegene Bau- und Materialkosten, hohe Zinsen, Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen den Wohnungsneubau. Viele Projekte gelten derzeit als unrentabel. Zwar gibt es noch Baugenehmigungen aus den Vorjahren, doch sie werden nur schleppend umgesetzt – der sogenannte Bauüberhang wächst. Hinzu kommt der kontinuierliche Rückgang öffentlich geförderter Wohnungen, was den Markt zusätzlich unter Druck setzt. Die Folge: Mietangebote werden teurer, günstige Alternativen sind kaum vorhanden.
Wer ist besonders betroffen?
Am härtesten trifft es einkommensschwache Haushalte, Alleinerziehende und Familien mit Kindern. Doch längst geraten auch Haushalte mit mittleren Einkommen an ihre Grenzen. Fachleute bescheinigen ihnen inzwischen „schlechte bis sehr schlechte Chancen“, passenden Wohnraum zu finden. Besonders fehlen bezahlbare kleine und große Wohnungen, barrierefreie Angebote sowie Wohnraum im öffentlich geförderten Bereich. Eigentum bleibt für viele „Normalverdienende“ trotz leicht gesunkener Preise im Bestand kaum erschwinglich.
Wohneigentum: Etwas Entspannung, aber weiter hohe Hürden
Für (potenzielle) Wohneigentümer ist die Lage laut Wohnungsmarktbericht 2025 weniger angespannt als im Mietmarkt, bleibt aber schwierig. Zwar zeigt sich hier als einzigem Teilmarkt eine leichte Entspannung, von einer echten Erholung kann jedoch keine Rede sein.
Die Kaufpreise für Bestandsimmobilien sind im Vergleich zu den Vorjahren etwas gesunken, auch die Baulandpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für den Geschosswohnungsbau haben sich zuletzt stabilisiert. Dennoch bleibt Wohneigentum für viele Leverkusenerinnen und Leverkusener kaum erreichbar. Grund dafür sind weiterhin hohe Finanzierungskosten, gestiegene Zinsen und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit.
Die Nachfrage am Eigentumsmarkt ist daher spürbar zurückhaltend. Viele Kaufinteressierte zögern oder verschieben ihre Entscheidung, andere können sich nur noch kleinere Immobilien leisten. Besonders Familien, die eigentlich größere Einheiten suchen, stoßen schnell an finanzielle Grenzen. Unsichere Zukunftsaussichten und die anhaltende Inflation wirken zusätzlich abschreckend.
Auch im Neubau-Segment für Eigentum bleibt das Investitionsklima verhalten. Zwar bewerten Fachleute die Situation etwas positiver als noch vor einem Jahr, insgesamt überwiegt jedoch weiterhin Skepsis. Steigende Baukosten und wirtschaftliche Risiken sorgen dafür, dass neue Eigentumsprojekte nur zögerlich realisiert werden.
Was raten die Fachleute?
Die Expertinnen und Experten sehen dringenden Handlungsbedarf. Ihre klare Empfehlung: mehr Wohnungsneubau, vor allem im öffentlich geförderten Mietsegment. Zusätzlich sollen altersgerechter und barrierefreier Wohnraum sowie Angebote für betreutes Wohnen deutlich ausgebaut werden. Ohne gezielte Investitionen in diesen Bereichen drohe sich die soziale Schieflage auf dem Wohnungsmarkt weiter zu verschärfen.
Der Wohnungsmarktbericht, inklusive Mietspiegelrechner für Leverkusen ist im Internet unter Wohnungsmarkt | Stadt Leverkusen im Detail nachzulesen.
Quelle: Stadt Leverkusen
bearb.: KA
Archivfoto: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/leverkusen/news/
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