Sturm, Schnee, Stillstand? Weiße Wucht durch Tief „Elli“ erwartet
08.01.2026Wetterdienst und Experten warnen vor Verwehungen, Zugausfällen, Glatteis
Das Schneetreiben der letzten Tagen war nur ein Vorgeschmack auf einen heftigen Sturm, der über ganz Deutschland hinwegziehen soll: Meteorologen kündigen das Tief „Elli“ für die Nacht auf Freitag, 9. Januar 2026, an. Besonders stark betroffen soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Norden der Republik sein.
Sturmböen im Norden, Glatteisgefahr im Westen
Vor allem in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen und in Hamburg warnt der DWD vor starken Schneeverwehungen, Sturmböen und heftigem Unwetter: „Verbreitet leichter Dauerfrost mit Ausnahme der Tieflagen von Ostfriesland bis zur Pfalz. Gebietsweise Glätte.“
Aktuelle Unwetterwarnungen gibt es hier.
Im Westen und Süden Deutschlands wird ein anderes Problem erwartet: Der Schnee soll bei weiterhin stürmischem Wind aus südwestlichen Richtungen bis Freitagmorgen vielerorts in Schneeregen oder gefrierenden Regen übergehen. Besonders heikel wird es, wenn das Nass auf gefrorenen Boden trifft: Örtlich besteht akute Glatteisgefahr.
Für Nordrhein-Westfalen rechnen die Wetterdienste am Samstag erneut mit tiefwinterlichen Bedingungen, Neuschnee und Temperaturen bis zu minus 10 Grad.
Besser zu Hause bleiben? Wie sich Bahn und Straßenmeistereien vorbereiten
Behörden und Meteorologen raten daher dringend zur Vorsicht. Wer nicht zwingend unterwegs sein muss, sollte nach Möglichkeit zu Hause bleiben und das Auto stehen lassen. Über mögliche Schulschließungen entscheiden die Kommunen jeweils vor Ort; gegebenenfalls wird Distanzunterricht angeboten.
Der Wintereinbruch dürfte natürlich die Lage im ohnehin teilweise schon chaotischen Verkehr verschärfen: Die Deutsche Bahn rechnet mit Verspätungen und Zugausfällen im Fernverkehr. Betroffen sind unter anderem Verbindungen zwischen Kopenhagen und Hamburg, von Westerland und Kiel nach Hamburg, von Rostock und Stralsund nach Berlin sowie Strecken zwischen Norddeich, Emden, Hannover und dem Ruhrgebiet.
Auch auf wichtigen Schnellfahrstrecken – etwa zwischen Wolfsburg und Berlin, Hannover und Würzburg sowie Frankfurt und Köln – wurden vorsorglich die Höchstgeschwindigkeiten reduziert. Reisenden wird empfohlen, ihre Fahrten nach Möglichkeit zu verschieben.
Für Fahrgäste zeigt sich die Bahn kulant: Wer bis einschließlich 7. Januar 2026 ein Ticket für Reisen zwischen dem 8. und 10. Januar 2026 erworben hat, kann dieses zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben, Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Zudem gelten die üblichen Fahrgastrechte, einschließlich möglicher Erstattungen.
Auch die Verkehrsinfrastruktur bereitet sich auf die winterlichen Herausforderungen vor. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) versicherte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass sich die Autobahn GmbH umfassend vorbereitet habe: „Alle verfügbaren Kräfte sind auf den Straßen, Bahnhöfen und Schienen unterwegs, damit die Verkehrswege sicher befahrbar bleiben.“ Vor allem in den Schwerpunktregionen würden die Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz sein, so die Ankündigung.
Nach Angaben der Autobahn GmbH stehen bundesweit rund 1.450 Spezialfahrzeuge und etwa 6.300 Straßenwärter für den Winterdienst bereit; die Salzreserven wurden aufgestockt. Viele Straßenmeistereien bereiten sich zudem auf 24-Stunden-Einsätze vor.
Quelle: DWD, tagesschau, WDR, RND, DB AG
Bearb.: KA
Archivfoto: anzeiger24.de
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