Stadtverwaltung: 766 Vollzeitäquivalenten sollen bis zum Jahr 2040 eingespart werden
Transformationsprozess im Gange
Die Stadtverwaltung Leverkusen befindet sich nach eigenen Angaben in einem umfassenden Transformationsprozess hin zu mehr Effizienz, Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage: Der Rat der Stadt hatte Ende Oktober 2025 beschlossen, bis zum Jahr 2040 insgesamt 766 Vollzeitäquivalente einzusparen.
Zur Umsetzung dieses Beschlusses sei das Beratungsunternehmen PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH beauftragt worden, die Stadt bei der Analyse und Realisierung von Einsparpotenzialen zu unterstützen. Mit ersten Zwischenergebnissen habe die Verwaltung nun einen Meilenstein erreicht: Bis 2036 könnten ein Konsolidierungsbeitrag von 14,57 Millionen Euro sowie Einsparungen von rund 131 Vollzeitäquivalenten erzielt werden.
„Dieser Transformationsprozess ist einer der umfangreichsten in der Geschichte der Stadtverwaltung Leverkusen. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, diesen Weg zu gehen“, so Oberbürgermeister Stefan Hebbel. „Der Weg, den wir über diese intensive Auseinandersetzung eingeschlagen haben, ist der richtige.“ Zugleich betonte er: „Wir sparen mit rund 131 Vollzeitäquivalenten massiv in der Belegschaft der Stadtverwaltung!“ und stellte klar: „Deshalb möchte ich einen Punkt sehr klar hervorheben: Niemand verliert im Rahmen dieses Prozesses seinen Arbeitsplatz!“
Nach Angaben der Stadt sei die Reduzierung von Personal ein langfristiger Bestandteil zur Senkung der Ausgaben. Der Interims-Kämmerer und Stadtdirektor Marc Adomat erklärte: „Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Haushaltskonsolidierung. Der PD-Prozess ist von zentraler Bedeutung, um den Haushalt langfristig zu stabilisieren.“ Mit dem bisherigen Ergebnis seien rund 25 Prozent der finanziellen Zielgröße bis 2036 erreicht. Insgesamt sollen Personaleinsparungen und weitere Maßnahmen in den kommenden zehn Jahren rund 57,5 Millionen Euro einbringen.
Die Stadt setzt dabei vor allem auf interne Optimierungen, den Abbau von Doppelstrukturen sowie eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt laut Verwaltung auf Digitalisierung und dem Einsatz von Technik und Künstlicher Intelligenz, etwa durch Online-Dienste, automatisierte Prozesse und medienbruchfreie Bearbeitung. Gleichzeitig räumt die Stadt ein, dass es zu Einschränkungen im Leistungsumfang kommen könne, betont jedoch, die Servicequalität für Bürgerinnen und Bürger sichern zu wollen.
Auch Personaldezernent Alexander Lünenbach verwies auf die langfristigen Ziele: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Stadtverwaltung langfristig zukunftsfähig aufzustellen, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig unsere Arbeitsorganisation an neue Anforderungen anzupassen.“ Zudem spiele der demografische Wandel eine wichtige Rolle: In den kommenden zehn Jahren würden rund 750 Vollzeitäquivalente durch natürliche Fluktuation ausscheiden.
Der Prozess werde eng von Personalrat, Gleichstellungsbüro und Schwerbehindertenvertretung begleitet. Der Personalratsvorsitzende Maik Gößling erklärte: „Es ist wichtig, dass die notwendigen Einsparmaßnahmen jetzt aktiv von der Stadtverwaltung selbst gestaltet werden, um Belastungen zu vermeiden, und bevor andere Stellen – der sogenannte Sparkommissar der Bezirksregierung – Entscheidungen für uns treffen müssen.“ Zugleich zog er ein positives Zwischenfazit: „Ich halte positiv fest, dass der bisherige Austausch zeigt: Wir sind hier im Miteinander unterwegs.“
Nach Angaben der Stadt ist der Prozess langfristig bis 2036 angelegt und soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dabei setzt die Verwaltung ausdrücklich auf die Mitwirkung der Mitarbeitenden. Ideen und Verbesserungsvorschläge aus den Fachbereichen seien zentral, um weitere Potenziale zu identifizieren und umzusetzen. Interne Strukturreformen sollen zudem Überlastung, Unzufriedenheit und Kündigungen entgegenwirken.
Abschließend dankte Oberbürgermeister Hebbel der Belegschaft: „Ein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die sich mit großem Engagement in diesen intensiven Prozess eingebracht und zum Erreichen des ersten Meilensteins beigetragen haben. Der weitere Erfolg hängt entscheidend davon ab, dass alle Beteiligten weiterhin gemeinsam an Lösungen arbeiten und Chancen zur Weiterentwicklung aktiv nutzen.“
Quelle + Foto: Stadt Leverkusen, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
BUZ (v.l.n.r.): Stadtdirektor und kommissarischer Stadtkämmerer, Marc Adomat, Städtischer Projektleiter, Hans-Gerd Wendling, Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Personalratsvorsitzender, Maik Gößling, Beigeordneter Alexander Lünenbach
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