Stadt will Kita-Bedarfsplanung neu ausrichten

04.09.2026

Die Stadt Leverkusen will ihre Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung neu ausrichten. Ab dem Kindergartenjahr 2027/2028 soll die Bedarfsquote für Kinder unter drei Jahren von derzeit 60 auf 50 Prozent sinken. Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt soll sie weiterhin bei 100 Prozent liegen.

 

Hintergrund sind demografische Entwicklungen, veränderte Betreuungsbedarfe und die Ergebnisse eines umfangreichen Realitätschecks. Dabei hatte die Verwaltung die tatsächliche Auslastung der Kitas überprüft. Zum Stichtag 31. März 2026 waren stadtweit zahlreiche Betreuungsplätze unbesetzt. Zugleich sind die Geburtenzahlen in Leverkusen überdurchschnittlich zurückgegangen. Zudem entscheiden sich viele Familien bewusst für bestimmte Betreuungsangebote oder betreuen ihre Kinder länger im familiären Umfeld.

 

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Diese Anpassung führt nicht zu einem Abbau bestehender Betreuungsplätze“, versichert Stadtdirektor Marc Adomat. „Unter dem Strich ist sogar ein Nettozuwachs von 344 Plätzen prognostiziert. Ziel der Neustrukturierung ist es vielmehr, speziell mit Blick auf zukünftige Ausbauplanungen, eine realitätsgerechte und belastbare Grundlage zu schaffen, die der Sicherstellung eines hohen Qualitätsstandards dient.“

 

Die Verwaltung will deshalb auch bereits beschlossene Kita-Neubauten neu bewerten. In einer Vorlage an die Kommunalpolitik empfiehlt sie, die entsprechenden Beschlüsse aufzuheben. Zusammen mit der bereits im Oktober 2025 vom Rat beschlossenen Abmietung von drei Kitas würden dadurch Mittel frei, die zur Sicherung und Verbesserung des Leistungsangebots und damit zur Erfüllung des gesetzlichen Betreuungsanspruchs eingesetzt werden könnten. Weitere Prüfungen zur langfristigen Standortentwicklung sollen folgen.

 

„Auf diese Entwicklungen müssen wir mit einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung unseres Betreuungsangebots reagieren“, erklärt Aylin Doğan, Leiterin des Fachbereichs Kinder und Jugend. „Unser Anspruch ist es, Eltern ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Angebot zu machen, das sich an den tatsächlichen Bedarfen der Familien orientiert. Gleichzeitig wollen wir Familien, die sich für eine frühe Betreuung in der Kita entscheiden, die Sicherheit geben, dass ihre Kinder dort von Anfang an gut aufgehoben, gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Frühkindliche Bildung ist ein wichtiger Baustein für gute Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern.“

 

Bei der Umsetzung will die Verwaltung die Einrichtungen einbeziehen. „Dabei ist es uns wichtig, den Prozess eng mit den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen zu führen“, erklärt Sabine Jarosch, Abteilungsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder. „Daher haben die Fachbereichsleiterin und ich in den vergangenen Monaten die Einrichtungen besucht und Gespräche geführt.“

 

Städtische Grundstücke und Gebäude, die künftig nicht mehr für die Kindertagesbetreuung benötigt werden, sollen unter Berücksichtigung der strategischen Stadtentwicklungsplanung vorrangig für Gemeinwohlzwecke genutzt werden. Die Verwaltung nennt insbesondere Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, darunter Einrichtungen und Hilfen zur Erziehung nach dem SGB VIII. Auch weitere Gemeinwohlzwecke und städtebaulich sinnvolle Nutzungen sollen geprüft werden.

 

Quelle: Stadt Leverkusen, Symbolbild: mit KI generiert, Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

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