SPD kritisiert Verzögerung der Kita-Sanierung in Wiesdorf scharf
Die SPD-Fraktion Leverkusen übt deutliche Kritik an der aus ihrer Sicht unnötigen Verzögerung der geplanten Sanierung der beiden Kitas an der Dhünnstraße in Wiesdorf. Hintergrund ist die Entscheidung von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Opladen Plus und FDP, statt der beschlossenen Sanierung einen Neubau prüfen zu lassen.
Mit der Vorlage 2025/3514 habe ein klarer Planungs- und Baubeschluss vorgelegen, so die SPD. Die Verwaltung habe eine belastbare Kostenberechnung, einen konkreten Zeitplan sowie eine umfassend abgestimmte Planung vorgelegt. Zudem sei in der Ratssitzung am 23. Februar 2026 erneut deutlich gemacht worden, dass ein Neubau – auch in modularer Bauweise – länger dauern und teurer werden würde als die geplante Sanierung.
Zweifel an Neubau-Argumentation
Besonders kritisch sieht die SPD die Begründung für die Neubau-Prüfung. „Die Antragssteller*innen behaupten, ein Experte hätte gesagt, ein Neubau wäre für sechs bis neun Millionen machbar. Das ist keine Kostenschätzung, sondern ein Schuss aus der Hüfte. Wer ist der Experte? Kennt er den Standort? Kennt er die spezifischen Probleme, des Bodens auf diesem Grundstück? Sind in der vermeintlichen Schätzung die Kosten für Abriss und Entsorgung der alten Gebäude und die komplett zu anzufertigende Planung mit eingerechnet?“
Für Thomas Konrad, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, beinhaltet der Antrag so viele Ungereimtheiten und Lücken, dass für ihn klar ist: „Hier verlieren wir mindestens viel wertvolle Zeit und im schlimmsten Fall eine Menge Geld“.
Nach Angaben der SPD müssten bei einem Neubau bereits erhaltene Fördermittel in Höhe von mehr als 900.000 Euro zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden. Zudem sei unklar, ob und in welcher Höhe neue Fördermittel eingeworben werden könnten. Die bisherige Planung müsste vollständig neu aufgesetzt werden, bereits investierte Mittel wären verloren. Angesichts seit Jahren steigender Baukosten bedeute jede weitere Verzögerung zusätzliche finanzielle Belastungen für den städtischen Haushalt.
Kritik an möglichem Investorenmodell
Auch die Idee, das Grundstück an einen Investor zu vergeben und die Kita anschließend anzumieten, lehnt die SPD entschieden ab. Aus ihrer Sicht würde damit ein großes Grundstück in guter Lage einem privaten Entwickler überlassen, während die Stadt langfristig Mieterin würde. Öffentliches Eigentum würde faktisch privatisiert – bei derzeit völlig unklaren langfristigen Kostenrisiken. Zudem stellt die SPD die Frage, was mit den dort ansässigen Jugendkunstgruppen und der Turnhalle geschehen würde, sollte ein privater Investor das Gelände neu überplanen.
Appell an Verlässlichkeit für Familien
Die Sanierungsplanung hingegen sei eng abgestimmt und ermögliche bis zu acht Gruppen in zwei Gebäuden mit moderner Technik, energetischer Sanierung, verbessertem Brandschutz und zukunftsfähiger Ausstattung.
„Wiesdorf hat einen enormen Bedarf an Kita-Plätzen. Familien brauchen Verlässlichkeit und keine jahrelangen Prüfaufträge und Investorenmodelle, bei denen ungewiss ist, ob in fünf Jahren überhaupt eine Kita steht“, stellt Ratsfrau Aleksandra Ganjani aus Wiesdorf unmissverständlich klar.
Für die SPD steht damit fest: Die erneute Prüfung eines Neubaus verschärft die ohnehin angespannte Kita-Situation im Stadtteil Wiesdorf weiter – und verzögert dringend benötigte Verbesserungen für Familien um Jahre.
Infos: Pressemitteilung SPD Leverkusen, Symbolfoto: Steven Weirather from Pixabay, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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