Polizei Köln warnt vor neuen Trickdiebstählen: Täter setzen auf immer raffiniertere Maschen
Die Polizei Köln registriert derzeit eine Reihe neuer Varianten von Trickdiebstählen, mit denen Kriminelle vor allem ältere Menschen in ihren Wohnungen bestehlen. Nach Angaben der Kölner Ermittler passen die Täter ihre Vorgehensweisen zunehmend an alltägliche Situationen an und nutzen dabei das Vertrauen ihrer Opfer gezielt aus.
Während sogenannte Schockanrufe oder falsche Polizisten am Telefon vielen Menschen inzwischen bekannt sind, beobachten die Ermittler vor allem an der Haustür neue Vorgehensweisen:
1. Angebliche Einbruchschutz-Prüfung
Eine neue Masche besteht darin, sich als Mitarbeiter einer Versicherung oder sogar als Polizeibeamter auszugeben und eine Überprüfung des Einbruchschutzes anzukündigen. In einem Fall verschaffte sich ein angeblicher Versicherungsmitarbeiter Zutritt zur Wohnung einer Seniorin und entwendete Schmuck sowie Bargeld. In einem weiteren Fall erschien ein falscher Polizist sogar mit einer Sackkarre, um glaubwürdig vorzutäuschen, einen Tresor überprüfen oder abtransportieren zu müssen. Nachdem die Bewohnerin zunächst misstrauisch geblieben war, gelang es einem zweiten Täter am folgenden Tag dennoch, Schmuck und Bargeld aus dem Safe zu stehlen.
2. Echte Termine als Vorwand
Besonders perfide ist eine weitere Methode: Betrüger nutzen tatsächlich angekündigte Wartungs- oder Handwerkertermine als Einstieg. So gaben sich zwei Männer als Mitarbeiter aus, die Rauchmelder kontrollieren wollten. Da der Wohnungsinhaber tatsächlich in Kürze einen entsprechenden Termin erwartete, ließ er die Männer hinein. Während einer ihn ablenkte, entwendete der andere Schmuck. Nach Einschätzung der Polizei könnten die Täter Informationen aus Aushängen oder Terminankündigungen nutzen.
3. Der „Pizza-Trick“
In einem weiteren Fall verschafften sich zwei Frauen unter dem Vorwand, Bekannte zu sein, Zutritt zur Wohnung eines Seniors. Anschließend bestellten sie eine Pizza und brachten den Mann dazu, mit seiner EC-Karte bezahlen zu wollen. Unter dem Vorwand technischer Probleme nahmen sie die Karte selbst in die Hand, während der Mann seine PIN eingab. Unbemerkt wurde die Bankkarte ausgetauscht oder entwendet. Kurz darauf hoben die Täter einen vierstelligen Geldbetrag vom Konto des Seniors ab.
4. Die „Gartenbesuch“-Masche
Auch Hilfsbereitschaft wird gezielt ausgenutzt. Eine Frau klingelte bei einer 93-Jährigen und erklärte, sie wolle zu Kindern im Nachbargarten. Nachdem sie eingelassen worden war, klagte sie plötzlich über Unwohlsein und bat darum, die Toilette benutzen zu dürfen. Erst nach ihrem Weggang bemerkte die Bewohnerin, dass Schmuck aus dem Schlafzimmer fehlte.
Die Polizei rät:
Die Polizei empfiehlt grundsätzlich, unbekannte Personen nicht ohne vorherige Prüfung in die Wohnung zu lassen. Behörden, Polizei oder Versicherungen kündigten Kontrollen in der Regel an und würden unangemeldet keine Einbruchschutzprüfungen durchführen. Zudem sollten Bankkarten niemals aus der Hand gegeben und die PIN nicht in Anwesenheit fremder Personen eingegeben werden. Besonders Angehörige werden gebeten, ältere Familienmitglieder über die aktuellen Betrugsmaschen zu informieren.
Quelle: Polizei Köln (as/ts), Symbolfoto: AK, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/leverkusen/news/
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an
oder als Kommentar bei Facebook.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.
