Nach anhaltenden Angriffen: Leverkusen schickt Hilfsgüter in ukrainische Partnerstadt
Die Stadt Leverkusen unterstützt ihre ukrainische Partnerstadt Nikopol mit Hilfsgütern angesichts der anhaltenden russischen Angriffe. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist die Lage vor Ort weiterhin dramatisch: Insbesondere zivile und energiebezogene Infrastruktur werden demnach „mit unverminderter Härte“ attackiert. Nikopol liegt in einem Gebiet mit aktiven Kampfhandlungen, zahlreiche Wohngebäude, Versorgungsnetze und soziale Einrichtungen wurden beschädigt. Anfang April 2026 kamen bei einem Drohnenangriff auf einen Bus mehrere Menschen ums Leben.
Die Auswirkungen der Angriffe sind für die Bevölkerung gravierend. Aufgrund ständigen Beschusses, wiederkehrender Stromausfälle und kalten Temperaturen suchen viele Menschen Schutz in sogenannten „Points of Invincibility“. Dabei handelt es sich um Notfallzentren, die Wärme, Strom, Internet und Wasser bereitstellen. Insgesamt 61 dieser Einrichtungen wurden in Nikopol eingerichtet und sind rund um die Uhr in Betrieb. Sie versorgen mehr als 60.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Um den Betrieb dieser Zentren auch in Zukunft sicherzustellen, hat Nikopol um Unterstützung gebeten. Die Feuerwehr Leverkusen stellt daraufhin sechs Stromgeneratoren und zwei mobile Heizgeräte zur Verfügung.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel zeigte sich betroffen von der Situation in der Partnerstadt. Es sei kaum vorstellbar, unter der ständigen Gefahr tödlicher Angriffe zu leben, erklärte er. Die Unterstützung sei daher dringend notwendig. Zugleich dankte er der Feuerwehr sowie den beteiligten Hilfsorganisationen für ihren Einsatz, insbesondere für den Transport in die umkämpfte Region.
Die Lieferung der Hilfsgüter übernimmt der Verein Medizinischer Hilfsdienst Nordrhein e.V. aus Wuppertal in Zusammenarbeit mit Water for Ukraine e.V., ebenfalls mit Sitz in Wuppertal. Der Medizinische Hilfsdienst ist auf medizinische und humanitäre Hilfe spezialisiert und engagiert sich insbesondere für Menschen in frontnahen Gebieten, Verletzte und Binnenflüchtlinge. Water for Ukraine unterstützt seit 2022 die Sicherstellung der Wasser- und Energieversorgung in der Ukraine.
Bei den gelieferten Geräten handelt es sich um regelmäßig gewartete, voll funktionsfähige Stromgeneratoren und Warmluftheizungen. Die Generatoren können unabhängig vom Stromnetz betrieben werden und ermöglichen die Versorgung mit elektrischer Energie auch an schwer zugänglichen Orten. Die Heizgeräte werden mit Kraftstoff betrieben und leiten warme Luft über Schläuche in Innenräume. Beide Gerätetypen wurden zuvor bei der Feuerwehr eingesetzt und werden nun durch neue Technik ersetzt.
Quelle + Foto: Stadt Leverkusen, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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