Mehr Sicherheit auf zwei Rädern: GRÜNE in Leverkusen fordern schnelle Verbesserungen
Fahrradunfälle bleiben trotz leicht sinkender Gesamtzahlen ein Problem – drei konkrete Maßnahmen sollen Radfahrende sofort schützen.
In Leverkusen hat die Zahl der verunglückten Radfahrenden 2024 nur leicht abgenommen – von 166 auf 159 Personen. Zwei Radfahrende, darunter ein Pedelecfahrer, kamen sogar ums Leben. Trotz insgesamt weniger Verkehrsunfällen bleibt die Lage für Radfahrende also angespannt. Hinzu kommt ein alarmierender Trend: Die Zahl der Unfälle durch Ablenkung, etwa durch Smartphone-Nutzung am Steuer, hat sich fast verdreifacht.
Die GRÜNEN in Leverkusen sehen hier akuten Handlungsbedarf und haben drei Anträge eingebracht, um die Sicherheit auf Radwegen kurzfristig zu verbessern.
Markierungen vor „blinden“ Kurven
An engen, uneinsehbaren Radwegecken drohen immer wieder brenzlige Begegnungen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese fordert deshalb einfache, sofort umsetzbare Lösungen wie Richtungspfeile und Fahrbahnmarkierungen. Diese seien kostengünstig, schnell installiert und könnten viele gefährliche Situationen entschärfen – lange bevor es zu Unfällen kommt.
Weg mit gefährlichen Barrieren
Poller, Umlaufsperren oder Absperrgitter sind vielerorts noch Realität und laut den GRÜNEN oft selbst eine Gefahrenquelle. Für Lastenräder, Kinder- oder Hundeanhänger oder Dreiräder stellen sie häufig unüberwindbare Hindernisse dar, bei Dunkelheit sogar eine erhebliche Unfallgefahr.
Ein Erlass des Landes NRW vom Januar 2024 empfiehlt Städten ausdrücklich, solche Sperren zu prüfen und wenn möglich zu entfernen. OB-Kandidat Sven Weiss betont in diesem Zusammenhang: „Statt Hindernisse aufzubauen, müssen wir den Radverkehr sicher und barrierefrei gestalten.“
Schutzstreifen als Übergangslösung
Wo bauliche Radwege außerhalb geschlossener Ortschaften fehlen, können Schutzstreifen mit Markierungen und Fahrradpiktogrammen die Sichtbarkeit erhöhen und Autofahrende sensibilisieren. Seit Januar 2024 erlaubt ein Erlass des Verkehrsministeriums NRW die Einrichtung solcher Streifen. Die GRÜNEN sehen darin eine pragmatische Zwischenlösung, bis durchgehende, baulich getrennte Radwege realisiert sind.
Fazit: Realistisch, sinnvoll – und dringend
Die drei Maßnahmen der GRÜNEN sind rechtlich abgesichert, technisch unkompliziert und vergleichsweise kostengünstig. Sie adressieren die wichtigsten Schwachstellen der aktuellen Radinfrastruktur und setzen auf schnelle Verbesserungen. Angesichts stabil hoher Unfallzahlen bei Radfahrenden und einer Zunahme gefährlicher Ablenkungen ist klar: Leverkusen sollte diese Vorschläge zügig prüfen und umsetzen.
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/Leverkusen/news/
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