Leverkusens Beigeordneten-Puzzle geht wohl nicht auf
Pilotprojekt muss erstmal auf Eis gelegt werden
Das geplante Pilotprojekt zur Änderung der Dezernatsstruktur in Leverkusen (wie berichtet) ist vorerst gestoppt worden. Der Grund klingt fast wie aus einem Verwaltungs-Krimi: Formalien.
Im Vorfeld der Ratssitzung am heutigen Montag (23. Februar 2026) hatte die Bezirksregierung Köln bei der Stadt nachgefragt, ob alle Beigeordneten die formalen Voraussetzungen für ihr Amt erfüllen. Anlass war die Abwahl von Stadtkämmerer Michael Molitor, die eine neue Zusammensetzung des Verwaltungsvorstands erforderlich macht – bestehend aus Oberbürgermeister, Kämmerer und Beigeordneten.
Laut Gemeindeordnung für Nordrhein-Westfalen (§71 GO NRW) müssen Beigeordnete bestimmte fachliche Qualifikationen und ausreichend Erfahrung nachweisen. Insbesondere ist für kreisfreie Städte vorgeschrieben, dass mindestens einer der Beigeordneten die Befähigung zum Richteramt oder zur Laufbahn des allgemeinen Verwaltungsdienstes auf gehobenem Niveau besitzt.
Die Stadt Leverkusen reagierte umgehend, überprüfte die Qualifikationen und informierte die Bezirksregierung, dass Oberbürgermeister Stefan Hebbel die formalen Anforderungen erfüllt und zudem ein Dezernat mit sechs Fachbereichen leitet.
Die Bezirksregierung kam jedoch zu einem überraschenden Urteil: Hebbel darf aber bei der Prüfung nicht mitgezählt werden – und die drei Beigeordneten Marc Adomat, Alexander Lünenbach und Andrea Deppe erfüllen nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde nicht die notwendigen formalen Voraussetzungen.
Als Folge wurde der Tagesordnungspunkt „Änderung der Dezernatsstruktur als einjähriger Pilotbetrieb“ vorsorglich von der Ratssitzung genommen. Die Stadtverwaltung betont aber, dass mögliche Lösungen weiter geprüft werden, um Einsparpotenziale zu realisieren und die Sanierung des Haushalts voranzutreiben.
Für Oberbürgermeister Hebbel und die Verwaltungsspitze bleibe die Konsolidierung der städtischen Finanzen die oberste Priorität, wie die Stadtverwaltung mitteilt, auch wenn das geplante Pilotprojekt vorerst auf Eis liegt.
Infos: Stadt Leverkusen, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/leverkusen/news/
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