Karl Lauterbach kehrt nach Berlin-Abschied zurück in den Wahlkreis
Mehr Fokus auf Leverkusen und Köln Mühlheim.
Der scheidende Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plant nach seinem Rückzug aus dem Kabinett eine Rückkehr zu seinen politischen Wurzeln. Künftig will er sich wieder verstärkt um die Arbeit im Wahlkreis Leverkusen / Köln-Mülheim kümmern. Bei der Bundestagswahl hatte er das Direktmandat mit 32,7 Prozent der Erststimmen geholt – in Köln mit stärkeren Ergebnissen als in Leverkusen.
Keine Spitzenrolle bei Koalitionsverhandlungen
Obwohl Lauterbach an den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU beteiligt war, hatte er innerhalb der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege nicht die führende Position inne. Den Vorsitz übernahm Katja Pähle, was parteiintern als Hinweis auf eine geringere Unterstützung für Lauterbachs Verbleib im Amt gewertet wurde. Das Gesundheitsministerium wird künftig von der CDU geführt – der Name der neuen Ministerin oder des neuen Ministers steht derzeit noch aus.
Gesundheitsprojekte werden fortgeführt
Trotz des Machtwechsels sieht Lauterbach zentrale Projekte seiner Amtszeit im neuen Koalitionsvertrag gesichert. Dazu zählt insbesondere die Einführung der elektronischen Patientenakte, die in diesem Jahr schrittweise eingeführt und später verpflichtend genutzt werden soll.
Auch die von ihm angestoßene Krankenhausreform wird weiterentwickelt. Ziel ist eine bedarfsgerechte, praxistaugliche Krankenhauslandschaft, insbesondere in ländlichen Regionen. Dort sollen durch Sonderregelungen und Kooperationsmodelle medizinische Grundversorgungsbereiche wie Innere Medizin, Chirurgie oder Geburtshilfe erhalten bleiben. Auch Fachkliniken, die für die regionale Versorgung wichtig sind, sollen besser abgesichert werden.
Zurückhaltung bei internen SPD-Konflikten
Die internen Streitigkeiten innerhalb der Leverkusener SPD verfolgte Lauterbach eigenen Angaben zufolge nur aus der Ferne. Die intensiven Koalitionsverhandlungen in Berlin hätten ihm kaum Raum gelassen, sich mit den Rücktritten und Auseinandersetzungen in der lokalen Parteistruktur auseinanderzusetzen.
Mehr Präsenz in Leverkusen geplant
Nach dem Ende seiner bundespolitischen Tätigkeit möchte Lauterbach wieder sichtbarer in Leverkusen werden. Der SPD-Politiker kündigt an, sich künftig wieder stärker für die Anliegen der Menschen im Wahlkreis 100 einzusetzen – ein Schritt, der in der lokalen Parteibasis mit Spannung erwartet wird.
Quelle: Kölner Stadt Anzeiger
Foto: BMG
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