Gewappnet für den Katastrophenfall: Feuerwehr-Fuhrpark erweitert
Neue Wagen und Motorräder – Höhere Gefahrenlage durch Extremwetter und bei der Energieversorgung
Die geografische Lage von Leverkusen am Rhein sowie im Mündungsgebiet von Bächen und Flüssen aus dem Bergischen birgt viele Gefahren, zum Beispiel extreme Wetterereignisse wie Überflutungen, aber auch Beeinträchtigungen der Energie- und Versorgungsinfrastruktur. „Auch im Zivilschutz muss zunehmend mit Störungen der Infrastruktur gerechnet werden. "Dies alles macht den Einsatz einer robusteren Fahrzeugtechnik erforderlich“, sagt Hermann Greven, Leiter der Feuerwehr Leverkusen. Daher muss sich die Truppe mit ihrer technischen Ausstattung auf neue Herausforderungen einstellen. Es werden regelmäßig Fahrzeuge ausgetauscht und der Fuhrpark mit notwendigen Neuanschaffungen ergänzt. Außerdem trainieren die Rettungskräfte für verschiedene Szenarien.
Neue Löschgruppenfahrzeuge
Aktuell werden insgesamt acht neue Fahrzeuge in den Dienst gestellt. Darunter vier identische Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF 20). Zwei Fahrzeuge werden bei der Berufsfeuerwehr als erstausrückende Fahrzeuge der beiden Wachen in Wiesdorf und Opladen eingesetzt und sind damit die Fahrzeuge mit der höchsten Einsatzfrequenz und Beanspruchung. Ein weiteres Fahrzeug dient der Reserve für Ausfälle bzw. Wartungen sowie zur Besetzung mit dienstfreien Kräften, die bei Großeinsätzen alarmiert werden. Das vierte Fahrzeug wird als Schulfahrzeug eingesetzt, damit die neuen Brandmeisteranwärterinnen - und anwärter in ihren Vorbereitungslehrgängen direkt an der richtigen Technik ausgebildet werden.
Die HLF ersetzten 15 Jahre alte Fahrzeuge. Durch häufige Reparaturen in den letzten Jahren musste sehr oft auf weitere Reservefahrzeuge, auch aus Reihen der Freiwilligen Feuerwehr, zurückgegriffen werden. Die Feuerwehr erhofft sich durch die neuen, robusten Fahrzeuge geringere Ausfallzeiten.
Erstmals im Fuhrpark vertreten sind nun zwei Fahrzeuge "Ineos Grenadier". Die allradgetriebenen Fahrzeuge haben eine Leistung von rund 250 PS und eine Wattiefe von 800 mm. Sie werden zukünftig als geländegängige Erkundungs-Kommandowagen genutzt.
Kräder sorgen für die Kommunikation und können Gelände erkunden
Ebenfalls neu angeschafft wurden zwei Motorräder des Typs BMW F 900 GS-P. Die Kräder haben eine Leistung von 105 PS und verfügen über eine vollintegrierte Sondersignal- und Warnanlage, eine vollintegrierte Funkanlage sowie ein drahtloses Kommunikationssystem zwischen Motorrad und Motorradhelm, welche die Kommunikation mit der Leitstelle möglich macht.
Die Hauptaufgabe der Kräder liegt in der Erkundung, als Bote und zur Übermittlung von Informationen, welche nicht über andere Kommunikationswege übermittelt werden können. Kommt es z.B. zu einem großflächigen, langandauernden Stromausfall ("Blackout") mit entsprechenden Einschränkungen oder Ausfällen von Telefon und Internet, muss die Kommunikation von und zur Leitstelle gewährleistet bleiben.
Die Kräder eignen sich zudem für Einsätze abseits befestigter Wege, am Rheinufer oder im Wald. Starker Verkehr kann zudem mit solchen Krädern schneller umfahren werden. Vorbild bei der Beschaffung waren Fahrzeuge, wie sie bei der Polizei in Gebrauch sind.
Die neuen Kräder werden durch die Einsatzkräfte des Löschzuges 14-Schlebusch besetzt und in den Einsatz gebracht und ersetzten 36 Jahre alte Vorgänger.
Zudem verbessern verschiedene Ausstattungsmerkmale die Arbeit im Einsatz. So können sich während der Fahrt bereits bis zu fünf Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Die schweren Leitern und das Sprungpolster sind auf Entnahmehilfen gelagert.
Häufig bei Kleineinsätzen benötigte Besen und Schaufeln sind nicht mehr auf dem Dach, sondern in Auszügen im Fahrzeug gelagert. Jeder Trupp hat eine eigene Wärmebildkamera, zur Personensuche in verrauchten Räumen.
Feuerwehr-Leiter Greven ergänzt: "Die Feuerwehren müssen sich auf eine veränderte Bedrohungslage einstellen. Die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen durch den Klimawandel nimmt zu und deren Folgen werden immer gravierender. Auch im Zivilschutz muss zunehmend mit Störungen der Infrastruktur gerechnet werden."
Quelle/Foto: Feuerwehr Leverkusen
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