Gesundheitsversorgung in Leverkusen: Gut aufgestellt, aber mit Herausforderungen
Medizinische Versorgung ist stark – aber nicht flächendeckend optimal
Die Gesundheitsversorgung in Leverkusen ist insgesamt sehr gut aufgestellt. Das zeigt der erste Gesundheitsbericht der Stadt. Er bietet einen umfassenden Einblick in den Gesundheitszustand der Bevölkerung und die medizinischen Strukturen vor Ort. Allerdings gibt es in einigen Bezirken Defizite bei Haus- und Fachärzten sowie Apotheken, was besonders für weniger mobile Menschen problematisch sein könnte.
Gesundheitslage: Chronische Erkrankungen weit verbreitet
Besonders Bluthochdruck, Diabetes und Rückenschmerzen dominieren die Diagnosen in Leverkusen. Diese Erkrankungen stehen oft in Verbindung mit Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Zudem ist die chronische ischämische Herzkrankheit eine der häufigsten Todesursachen der letzten Jahre. Erkrankungen der Lunge, insbesondere Lungenkrebs und COPD, haben 2023 zugenommen und fast 42,4 % der Todesfälle verursacht. Rauchen bleibt hier der größte Risikofaktor.
Lebenserwartung in Leverkusen über NRW-Durchschnitt
Die Lebenserwartung in Leverkusen liegt weiterhin über dem NRW-Schnitt. Frauen wurden zwischen 2018 und 2022 durchschnittlich 83,75 Jahre alt, Männer 78,94 Jahre – beide Werte liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt.
Bevölkerung wird älter – Herausforderungen für die Pflege
Die Alterung der Bevölkerung ist eine zentrale Herausforderung. Schon 2021 lag der Altenquotient (Verhältnis von Personen über 65 Jahren zu jüngeren Altersgruppen) bei 35,8 % – höher als im NRW-Durchschnitt. Bis 2050 wird dieser Wert voraussichtlich auf 45,5 % steigen.
Besonders die Pflegekräfte stehen unter Druck. Bereits jetzt gibt es einen Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren noch zuspitzen dürfte. Während die Anzahl der stationär gepflegten Personen sinkt, steigt die Zahl der Menschen, die von Angehörigen zu Hause betreut werden. Um diesen Trend zu unterstützen, braucht es bessere Beratungs- und Entlastungsangebote.
Handlungsbedarf: Vernetzung und Prävention als Schlüssel
Angesichts der künftigen Herausforderungen empfiehlt der Gesundheitsbericht eine engere Zusammenarbeit zwischen medizinischen Einrichtungen, Pflegekräften und der Stadtverwaltung. Besondere Bedeutung kommt der Prävention und Gesundheitsförderung zu – etwa durch niedrigschwellige Beratungsangebote und Informationskampagnen in den Stadtteilen.
Gesundheitstag am 22. März: Fokus auf Klimawandel und Gesundheit
Wer sich umfassender informieren möchte, kann den Tag des Gesundheitsamtes am 22. März 2025 in der Rathaus-Galerie besuchen. Dort gibt es von 10 bis 16 Uhr Beratungen zu den Themen Hitzeschutz, Reisemedizin, Mücken & Co. sowie Einsamkeit.
Quelle: Stadt Leverkusen
Foto: Freepik
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